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Marseiler: „Fußballer haben eine soziale Verantwortung“

Luca Marseiler ist vom SC Paderborn ausgeliehen (Bild: Besnik Abazaj/Viktoria Köln)

23.10.2021

Luca Marseiler wurde zu Saisonbeginn vom SC Paderborn ausgeliehen. Im Interview spricht der 24-Jährige mit uns über die vergangenen Monate, den Zusammenhalt im Team, das „Wir-Gefühl“, sowie die Unterschiede zwischen Köln und München. Dabei verrät er, warum er viel Geld sammelte, um sozial Benachteiligten zu helfen. 

Der Sommer war turbulent. Von der SpVgg Unterhaching bist Du zum SC Paderborn gewechselt, wenige Wochen später wurdest Du zur Viktoria ausgeliehen. Wie hast du das Ganze erlebt?

Meine Heimat ist München, bis dahin bin ich nie aus der Stadt herausgekommen. Plötzlich musste ich innerhalb kürzester Zeit zweimal umziehen. Aber es hat sich gelohnt. Viktoria ist ein toller Verein, Köln ist eine wunderbare Stadt.

Wie ist Dein Eindruck von unserem Klub?

Ich vergleiche die Viktoria gerne mit der SpVgg Unterhaching. Es ist alles sehr familiär. Jeder kennt jeden im Verein. So etwas schweißt zusammen. Und das wirkt sich auch auf die Mannschaft aus. Wir haben tolle Charaktere, wir sind eine echte Einheit. Ich kann aus tiefster Überzeugung sagen: Ich fühle mich pudelwohl.

Das hat man in den letzten Spielen sehen können. Du hast in der Offensive für eine Menge Wirbel gesorgt…

Mir macht der Fußball wieder richtig Spaß. Aber ich weiß, dass ich noch besser werden muss, dass ich noch ein paar Kohlen drauflegen muss. Denn wenn ich ehrlich bin: mir ist das noch zu wenig. 

Es fehlt der erlösende erste Saisontreffer?

Genau! Im Training gebe ich alles, damit der Knoten vor der Kiste endlich platzt.

Die Punkteausbeute ist unbefriedigend, unsere Viktoria steckt unten drin. Zerrt das an den Nerven?

Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Saison läuft noch sehr lange, es kann einiges passieren. Ich habe aber keine Zweifel, dass wir bald unten rauskommen. Ich bin beeindruckt, wie ruhig und professionell die Verantwortlichen arbeiten. Und in der Mannschaft herrscht ein Zusammenhalt, den man so selten erlebt. 

Wie wichtig ist die Unterstützung der Fans in der aktuellen Phase?

Der Support der Anhänger ist grandios. In den Heimspielen, aber auch bei den Auswärtspartien, werden wir fantastisch unterstützt. Ich spüre ein echtes „Wir-Gefühl“. Und die Zuschauer spüren, dass wir als Mannschaft alles aus uns herausholen.

Du sprichst das „Wir-Gefühl“ an. Der Kreis nach dem Spiel gehört mittlerweile zu eurem festen Ritual. Egal ob Sieg oder Niederlage. Was bedeutet dieses Zusammentreffen am Mittelkreis dem Team?

Wir haben eine Woche hart auf den Spieltag hingearbeitet. Dann sind die 90 Minuten vorbei. Der Kreis ist der gemeinsame Abschluss dieser Woche. Nach Siegen ist es selbstverständlich ein verdammt gutes Gefühl, als Team diesen Moment zu genießen. Nach Niederlagen baut uns der Trainer wieder auf. Das tut gut. Natürlich ist man enttäuscht, aber man geht trotzdem mit einem etwas besseren Gefühl nach Hause.

 Wie ist der Mensch Luca Marseiler?

Ich bin eine ehrliche Haut und immer gut drauf. Ich versuche, mich nicht zu verstellen. Aber: Ich kann auch sehr ernst sein. Wenn es um meine Bachelorarbeit in BWL geht, die ich gerade geschrieben habe, hört der Spaß auf.  

Auf deinen Social-Media-Kanälen lässt Du die Menschen an deinem Leben teilhaben. Warum?

Als Kind war ich ein wahrer Gamer. Das hat mir unglaublichen Spaß bereitet. Heute streame ich dabei und halte so auch den direkten Kontakt zu meinen Freunden. Denn ich bin niemand, der jeden Tag facetimed oder telefoniert.

Du hast vor einigen Monaten für den guten Zweck gestreamt…

Wir haben mit mehreren Fußballern Charity-Turniere veranstaltet. Einmal für die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. Da kamen 8.000 Euro an Spenden zusammen. Beim zweiten Mal haben wir 5.500 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland gesammelt. Ich finde es ist wichtig, dass wir als Fußballer Verantwortung übernehmen und einen sozialen Beitrag leisten, um damit Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, zu unterstützen.

Was ist der Unterschied zwischen Köln und München?

Als ich nach Köln kam ist mir sofort aufgefallen, dass München sauberer ist. Aber das ist auch das einzig negative. Die Menschen im Rheinland sind lockerer und entspannter. Sie umarmen einen sofort. Ich konnte die Leute nicht verstehen, wenn sie gesagt haben, dass die Münchner „arroganter“ sind. Mich zähle ich nämlich nicht dazu (lacht). Aber jetzt verstehe ich das. Wenn man hier im Supermarkt steht, fängt man automatisch an mit den Leuten zu reden. Jeder ist herzlich und gut drauf. Das mag ich sehr. Was mir noch aufgefallen ist…

Wir sind gespannt?

Der Rhein ist deutlich größer als die Isar (lacht).

Kennst Du die „fünfte Jahreszeit“?

Den Karneval?

Richtig. Freust Du dich darauf?

Ich habe den Kölner Karneval noch nie erlebt, deswegen freue ich mich unheimlich auf diese Zeit. Bislang habe ich nur Positives gehört. Man schunkelt und singt gemeinsam kölsche Lieder. Wenn es die sportliche Situation zulässt, werde ich natürlich auch dabei sein. Freunde von mir wollen vorbeikommen. Ich werde es mit ihnen zusammen genießen.

Am Sonntag geht es zum Aufsteiger aus Dortmund. Der BVB II steht aktuell auf dem zweiten Tabellenplatz. Was erwartest du für eine Partie?

Wir treffen auf ein richtig giftiges Team. Sie sind unheimlich spielstark, mit einer starken Offensive. Darauf müssen wir Acht geben. Der BVB II spielt unheimlich schnellen Fußball. Aber wir wollen der Partie unseren Stempel aufdrücken und den Aufwind aus den letzten Partien mitnehmen. Unser Ziel ist es, die drei Punkte mitzunehmen.

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