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Marcel Risse: „Auch diese Realität gehört zum Fußball dazu“

Marcel Risse ist seit dieser Saison Kapitän bei Viktoria Köln (Bild: Besnik Abazaj/Viktoria Köln)

30.09.2021

Marcel Risse ist seit Beginn der Saison Mannschaftskapitän von Viktoria Köln. Im Interview spricht der 31-Jährige, der seit dieser Spielzeit fest bei den Höhenbergern unter Vertrag steht, über das vergangene Jahr auf der Schäl Sick, die Unterschiede zur aktuellen Saison und das kommende Spiel beim SV Wehen Wiesbaden. Und er erwähnt eine interessante Geschichte, in der drei Nachwuchstalente der Viktoria eine Rolle spielen.

Herr Risse, nach Ihrer Leihe im letzten Jahr sind Sie zu Beginn der Saison fest vom 1. FC Köln zur Viktoria gewechselt. Wie haben Sie die letzten Monate und allgemein das erste Jahr bei der Viktoria erlebt?

Marcel Risse: Es war von den Ergebnissen her ein sehr turbulentes Jahr. In der vergangenen Saison hatten wir alle möglichen Phasen, die man in einem Fußballjahr mitnehmen kann. Wir sind gut gestartet und haben dann lange Zeit keinen Sieg einfahren können. Hinzu kam der Trainerwechsel. Alles was passieren kann, hat stattgefunden – und das, obwohl wir in der abgelaufenen Saison eine qualitativ gute Truppe mit vielen Persönlichkeiten hatten.

Wieso haben Sie sich für den endgültigen Wechsel auf die Schäl Sick entschieden?

Risse: Es ist kein Geheimnis, dass ich mich darum bemüht habe, in meiner Heimat Köln zu bleiben. Dass ich hier die Möglichkeit habe, bei der Viktoria zu spielen ist natürlich umso schöner. Ich hätte mich natürlich nicht dafür entschieden, wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass es nicht passt oder nichts nach vorne geht. Es haben viele Bausteine zusammengepasst. Ich bin glücklich hier und freue mich, bei der Viktoria zu spielen.

Zu Beginn der Saison wurden Sie von Cheftrainer Olaf Janßen zum Kapitän ernannt und haben bislang in allen zehn Partien auf dem Platz gestanden. Welchen Unterschied gibt es im Vergleich zur vorherigen Saison? Was hat sich speziell für Sie geändert?

Risse: Die Transferperiode in diesem Sommer war natürlich nicht einfach. Wir haben einen großen Umbruch erlebt. Viele Spieler – und vor allem wichtige – haben den Verein verlassen. Hinzukamen wiederum viele neue, aber auch junge Spieler. Mal kam in der einen Woche ein neuer Spieler, dann wieder keiner. Deshalb muss sich die Mannschaft erst einmal finden. Man konnte nicht erwarten, dass alles sofort funktioniert. Als Kapitän sehe ich es auch in meiner Verantwortung, den ganzen Prozess mit voranzutreiben.

Besonders in den ersten Wochen der neuen Saison gab es viele Ausfälle in der Mannschaft. Viele Nachwuchsspieler waren in den Begegnungen dabei. Was können Sie den Jungs mitgeben? Für solche Spieler haben Sie ja sicher auch eine gewisse Vorbildfunktion.

Risse: Absolut. Es gibt schon lustige Konstellationen bei uns im Team. Bei Ilhan Altuntas, Joel Vieting und Phil Zimmermann [alle drei rückten schon mehrmals aus der U 19 in das Drittliga-Team auf; Anm. der Red.] war ich damals beim 1. FC Köln der Pate ihrer Mannschaft. Sie waren in der U 11 und ich bei den Profis. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn ich mir die Fotos von früher ansehe und wir jetzt in einer Mannschaft zusammenspielen. Ich versuche gerade für die jungen Spieler noch einmal mehr da zu sein und ihnen unterstützend zur Seite zu stehen. Mit 17 oder 18 ist mir auch nicht direkt alles gelungen. Deswegen weiß ich, dass der Sprung in den Herrenfußball nicht so einfach ist. Ich kann mich gut in die Jungs hineinversetzen und versuche, sie zu unterstützen, wo es nur geht.

Im Fußball gibt es bekanntlich immer wieder ‚Ups and Downs‘. Gerade Sie haben schon eine Menge erlebt. Wie schafft man es, trotzdem in diesem Geschäft und in diesem Sport seinen Weg zu gehen?

Risse: Man muss immer das Beste aus den Phasen mitnehmen. Gerade aus den ‚Downs‘, die in jeder Saison vorkommen – egal ob man beim FC Bayern München oder bei Viktoria Köln spielt. Persönlich waren es beim 1. FC Köln in meiner Zeit leider öfter die ‚Downs‘ als beim FC Bayern München. Aber diese Phasen und Situationen prägen einen Spieler – vor allem als Mensch.

Die Punktausbeute war in den ersten zehn Saisonspielen alles andere als zufriedenstellend. Woran liegt es, dass die Mannschaft bisher noch nicht wirklich ‚in den Tritt‘ gekommen ist?

Risse: Wie bereits angesprochen war die Vorbereitungsphase nicht einfach. Vielen Abgängen vor Saisonbeginn folgten viele Neuzugänge. Jeder wünscht sich natürlich, dass die Findungsphase direkt gut verläuft. Aber das ist nicht so einfach. Denn auch diese Realität gehört zum Fußball dazu. Dieser müssen wir uns stellen und es so hinnehmen, wie es ist. Wir müssen aus der Situation lernen und schnellstmöglich vorankommen, damit wir in den nächsten Wochen genug Punkte holen können.

Am Samstag trifft die Viktoria auf den SV Wehen Wiesbaden. Was erwarten Sie für ein Duell?

Risse: Es wird sicherlich ein sehr umkämpftes Duell. Wiesbaden ist immer ein unangenehmer Gegner. Wir haben dort in der letzten Saison das einzige Spiel unter Interimstrainer Daniel Zillken bestritten. Damals war es ein sehr kampfbetontes Spiel mit vielen langen Bällen. Wiesbaden hat den gleichen Trainer, deswegen wird sich am Spielstil nicht so viel verändert haben. Sie sind sehr ordentlich in die Saison gestartet.

Obwohl Sie Kapitän sind und viel Erfahrung haben, wirken Sie sehr bodenständig und zurückhaltend. Schein oder Sein?

Risse: Ich bin, wie ich bin. Wie die Leute mich sehen, müssen sie selbst entscheiden.

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