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Federico Palacios im Porträt: „Immer mit den Füßen auf dem Boden bleiben“

Federico Palacios greift nun für die Viktoria an (Foto: Julia Schulz/Viktoria Köln)

28.07.2021

Dreimal Torschützenkönig in der A- und B-Junioren-Bundesliga, für sieben Profi-Vereine gespielt und in den höchsten fünf Spielklassen des Landes bereits getroffen. Wer sich die Karriere von Federico Palacios ansieht, der könnte meinen, der Offensivmann gehöre bereits zum alten Eisen. Aber weit gefehlt: Der Neuzugang vom SSV Jahn Regensburg ist erst 26 Jahre alt.

Als Sohn eines spanischen Vaters und einer deutschen Mutter wuchs Federico Palacios Martínez im spanisch geprägten Ahrbergviertel in Hannover auf. „Ich spreche zwar die Sprache nicht fließend, aber zu einem gewissen Teil fühle ich mich schon meinen spanischen Wurzeln verbunden“, sagt der 1,70 Meter große Offensivmann. Durch seinen Vater kamen er und sein großer Bruder zum Fußball. Während der Ältere bereits früh zu Hannover 96 in die Jugend ging, kickte der sechs Jahre alte Federico zuerst beim Verein in der Nähe, dem SV Linden 07. „Bereits damals wollte ich nur Tore schießen“, erinnert sich der heute 26-Jährige an seine Anfänge zurück. Der wendige Stürmer und Mittelfeldspieler, der es schnell in die Niedersachsenauswahl schaffte, war bald im Fokus der großen Vereine. So klingelte Hannover 96 häufiger durch, aber auch der FC Bayern München oder Borussia Dortmund bekundeten ihr Interesse.

Letztendlich machte das Rennen aber der VfL Wolfsburg. „Bei den Wölfen hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl“, sagt Palacios über die Entscheidung. Das Internat war modern, viele Mitspieler kannte er bereits. Während andere 14-Jährige den Verlust ihres Elternhauses nur schwer verkraften können, war der Offensivmann allein auf den Fußball fokussiert. Mit Mitspielern wie Julian Brandt (Borussia Dortmund), Paul Seguin (SpVgg Greuther Fürth) oder Maximilian Rossmann (Viktoria Köln) dominierte er den Nachwuchsbereich im Nordosten des Landes. Allein in seinen 87 A- und B-Junioren-Bundesligaspielen schoss Palacios rekordverdächtige 78 Tore und bereitete weitere 33 Treffer vor. Damit holte er nicht nur dreimal die Torjägerkanone, sondern auch einmal die deutsche A-Jugend-Meisterschaft. „Ich bin aber immer ruhig und mit den Füßen auf dem Boden geblieben“, betont Palacios, der seinerzeit auch in den DFB-Nachwuchsmannschaften zu finden war.

Vielleicht wäre eine weitere A-Jugend-Meisterschaft für den Offensivmann drin gewesen, doch RB Leipzig wollte den 18-Jährigen bereits in der Winterpause nach Sachsen holen. Dafür war der damalige Drittligist bereit, 600.000 Euro an die Wölfe zu bezahlen. Bis heute ist Palacios damit der fünftteuertste Neuzugang in der Geschichte der 3. Liga. Doch bei den Bullen war es nicht leicht, sich zurechtzufinden. Viele neue Spieler (zum Beispiel Yussuf Poulsen oder Joshua Kimmich) wurden verpflichtet und die Möglichkeit, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, erlaubte keine Experimente. Nach zwei Kurzeinsätzen verletzte sich der Neuzugang und wurde in der Folge nur noch sporadisch eingesetzt. Auch nach dem Aufstieg ins Unterhaus gab es für den Stürmer keine Spielpraxis, weshalb der 19-Jährige zur Winterpause an Rot-Weiß Erfurt in die 3. Liga ausgeliehen wurde.

Nach seiner Rückkehr zu RB Leipzig kam Palacios in die Reserve der Bullen. „Die erste Mannschaft war voll mit guten Spielern, von denen viele in das zweite Team gehen mussten“, erinnert er sich heute an seine Zeit in der Regionalliga Nordost zurück, „so konnte sich keine richtige Einheit bilden und ähnlich holprig verlief dann auch die Saison.“ In der nächsten Spielzeit war die Reserve erfolgreicher, doch zu seinem größten Fußballerlebnis kam Palacios eher zufällig. „Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund ging in der 1. Mannschaft eine Grippewelle um“, erinnert sich der torhungrige Akteur an sein Bundesligadebüt, „deshalb wurde mir gesagt: ‚Pack deine Sachen, du fliegst nach Dortmund!‘“ Vor 80.000 Fans durfte Palacios die letzten zehn Minuten gegen die drohende Auswärtsniederlage ankämpfen und traf sogar in der 94. Minute zum Ausgleich – nur leider stand er dabei minimal im Abseits. „Dennoch ist dieses Spiel mein schönster Fußballmoment bis heute“, sagt der 26-Jährige, der stets das Positive im Sinn hat.

Und irgendwas musste in dem Offensivmann geklickt haben, denn nach seiner Rückkehr in die zweite Mannschaft traf Palacios, wie er wollte. In den zwölf Spielen, die er noch für die Reserve bestritt, konnte er 15 Tore verbuchen und sicherte sich damit die Torjägerkanone. Der Offensivspieler führt das auf die Umgebung zurück: „Was ich brauche, um zu funktionieren, sind ein lockeres Team und das Vertrauen des Trainers. Wie hier bei der Viktoria.“ Und Coach Robert Klauß (heute Trainer vom 1. FC Nürnberg) schien ihm genau das bieten zu können.

Doch auch das gute Saisonergebnis der Reserve hinderte RB Leipzig nicht daran, die zweite Mannschaft in der Folge vom Spielbetrieb abzumelden. Palacios stieg in das erste Team auf, wurde aber ohne Spielpraxis im Winter an den Zweitligisten 1. FC Nürnberg abgegeben. „Zu so einem großen Verein zu kommen, war eine sehr schöne Sache“, sagt er heute dazu. Mit dem Traditionsklub stieg er in die Bundesliga auf, schoss im Oberhaus Tore gegen Fortuna Düsseldorf und Schalke 04, konnte aber letztlich den direkten Wiederabstieg nicht verhindern. In der 2. Bundesliga ging es für ihn zu Jahn Regensburg, doch glücklich wurde Palacios bei seinem neuen Arbeitgeber nicht. Als sich eine Leihe zum abstiegsbedrohten MSV Duisburg in der 3. Liga anbot, ergriff er seine Chance und ging in den Westen. Obwohl er in Duisburg fast die Hälfte der Zeit aufgrund eines Muskelbündelrisses ausfiel, halfen seine Tore und Vorlagen den Zebras zum Klassenerhalt.

Und dann kam Viktoria Köln. „Das hat sich von Anfang an spannend angehört“, sagt Palacios erfreut, „die Gespräche waren positiv und der Kontakt lief reibungslos.“ Seine Frau, das gemeinsame Baby (vier Monate) und Familien-Hund „Coco“ sind in Köln gut angekommen. Deshalb konzentriert er sich jetzt auf den Klub von der Schäl Sick. „Ich würde gerne auf längere Sicht eine Spielklasse höher spielen“, lächelt er. „Wenn die Viktoria mitkommt, wäre das top.“

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