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Gegnercheck: „Dorfverein“ und Überraschungsteam

Timmy Thiele scheitert in der Hinrundenpartie an Robin Brüseke (Foto: Julia Schulz/Viktoria Köln)

22.04.2021

Am Freitagabend (Anpfiff 19:00 Uhr) ist der SC Verl bei Viktoria Köln zu Gast. Mit der besten Offensive mischen die Ostwestfalen die Liga gehörig auf. Doch den Sportclub plagen derzeit Verletzungssorgen. Dazu ist Viktoria Köln seit acht Partien ungeschlagen. Unter der Woche holten beide Teams einen Auswärtspunkt. Jetzt kommt es zum direkten Duell.

Bisherige Saison:

Der Sportclub gilt als eines der Überraschungsteams in der 3. Liga. Seit dem zweiten Spieltag stehen die Ostwestfalen auf einem einstelligen Tabellenplatz. Lange blieb Verl in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Doch beim 1:1 gegen Viktoria Köln fing sich der SC eine Leistungsdelle ein, die sich danach weiter vertiefte. In den sieben Folgespielen ging die Mannschaft lediglich einmal als Sieger vom Platz. Im März fing sich der Aufsteiger wieder und blieb nach einem 2:1-Sieg gegen Unterhaching vier Spiele lang ungeschlagen. Nach knappen Niederlagen gegen formstarke Teams wie Duisburg (1:2) und 1860 München (2:3) gewann die Mannschaft von Guerino Capretti am Wochenende mit 3:0 gegen Uerdingen. Am Dienstagabend holten die Ostwestfalen einen Punkt in Halle.

Das Hinspiel:

Die Hinrundenpartie war vor allem für jene Zuschauer, die keinem der beiden Klubs die Daumen drücken, ein Genuss. Nach nicht einmal 180 Sekunden gingen die Gäste aus Köln in Führung. Eine Flanke von Marcel Risse, die Timmy Thiele noch mit dem Kopf verlängerte, verwertete Lucas Cueto am zweiten Pfosten zum 1:0 für die Viktoria. Beide Teams gingen weiter offensiv ran. Denkbar unglücklich kassierten die Domstädter dann den Ausgleich: Zunächst musste Simon Handle verletzt vom Feld. Zwei Minuten später schlug Aygün Yildirim eine Flanke in den Strafraum, die Patrick Koronkiewicz mit dem Fuß zu klären versuchte. Dabei traf der Verteidiger mit viel Pech das eigene Tor. Davon ließ sich die Mannschaft von der Schäl Sick nicht unterkriegen und blieb mutig. Doch an diesem Tag hatte Viktoria Köln zwei Widersacher: Verl-Keeper Robin Brüseke und das Element 13 – Aluminium.

Personelle Situation:

Das Vorlesen der Verletztenliste beim SCV kann zu einem mehrstündigen Referat werden. Aygün Yildirim, drittbester Torschütze der Liga, zog sich vor knapp zwei Wochen einen Bruch im Sprungbein zu und fällt aus. Auch sein Sturmkollege mit Champions-League-Erfahrung, Leandro Putaro, wird seiner Mannschaft fehlen (Knieprobleme). Mit Berkan Taz (Bauchmuskel- und Leistenprobleme), der in der kommenden Saison zur Reserve von Borussia Dortmund wechseln wird, fehlt ein weiterer Kreativspieler. Zum Offensiv-Lazarett gesellen sich noch Nico Hecker (Schulter-OP) und Patrick Schikowski (muskuläre Probleme). Doch auch in der Defensive hat Trainer Capretti Verletzungen zu beklagen: Barne Pernot fällt mit einem Kreuzbandriss aus.

Spieler im Fokus:

Mit 61 Toren stellen die Ostwestfalen die derzeit beste Offensive der Liga. Aygün Yildirim (14 Treffer) fehlt verletzt. Sein Sturmpartner Zlatko Janjic wird in Köln aber voraussichtlich dabei sein. Mit ebenfalls 14 Buden ist der Deutsch-Bosnier drittbester Torjäger der 3. Liga. Die Karriere des mittlerweile 34-Jährigen begann bereits vor etwa 13 Jahren, als er in der Bundesliga für Arminia Bielefeld debütierte. Im März 2009 schoss der Mittelstürmer gegen Karlsruhe sein erstes und einziges Bundesligator. Danach zog Janjic weiter. Über Wehen Wiesbaden, Erzgebirge Aue, Duisburg, den polnischen Erstligisten Korona Kielce und Großaspach landete der Torjäger 2019 schließlich in Verl. Mit 15 Buden und fünf weiteren Assists war er in der vergangenen Regionalliga-Saison maßgeblich am Aufstieg der Ostwestfalen beteiligt.

Trainer:

Beim SCV steht seit 2017 Guerino Capretti an der Seitenlinie. In der 3. Liga sind einzig Rolf Landerl (VfB Lübeck) und Rüdiger Rehm (Wehen Wiesbaden) länger im Amt. Den Verein übernahm der Deutsch-Italiener in der Regionalliga West, wo er in fünf Spielen gegen Viktoria Köln kein einziges Mal gewinnen konnte (drei Remis, zwei Niederlagen). Der Trainer bevorzugt eine offensive Spielweise, die sich auch in den bereits thematisierten Zahlen widerspiegelt. Dafür lässt der 39-Jährige meist im offensiven 4-3-3 spielen.

Bisherige Spiele:

Gegen keinen derzeitigen Drittligisten spielte Viktoria Köln in seiner Geschichte öfter als gegen den SC Verl. Gleich 17-mal waren die Ostwestfalen Gegner der Domstädter. Die ersten Aufeinandertreffen gab es in der Regionalliga West/Südwest 1994/1995. Beide Partien gingen an den SC. Weitere Begegnungen gab es zwischen 2012 und 2019 in der Regionalliga West. Vor siebeneinhalb Jahren gewann Verl letztmals gegen Viktoria (2:1). Beim Wiedersehen in der 3. Liga in der laufenden Saison gab es ein 1:1-Remis. Die Bilanz aus den bisherigen 17 Begegnungen: drei Siege für den SC Verl, fünf Punkteteilungen und neun Viktoria-Erfolge.

Vereinshistorie:

Eine lange Zeit spielten die Ostwestfalen im unterklassigen Fußball. 1991 gelang den Schwarz-Weißen beinahe der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Doch in den Aufstiegsspielen mussten sie sich unter anderem dem VfL Wolfsburg geschlagen geben. Erneut auf der Bildfläche erschien der „Dorfverein“ 1999, als er in der ersten Runde des DFB-Pokals Borussia Mönchengladbach rauskegelte (6:5 nach Elfmeterschießen). 2007 gelang Verl der Aufstieg in die Regionalliga West. Dort etablierten sich die Schwarz-Weißen schnell und hatten in der vergangenen Spielzeit Glück: Da West-Meister Rödinghausen auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen verzichtete, rückte der Sportclub als Zweiter nach. Dort setzte sich Verl gegen Lokomotive Leipzig mit zwei Unentschieden (2:2 und 1:1) dank der Auswärtstorregel durch.

Partie in den Medien:

Die Begegnung zwischen dem Viktoria Köln und dem SC Verl beginnt am Freitag um 19:00 Uhr im Sportpark Höhenberg. Die Partie überträgt Magenta Sport ab 18:30 Uhr live. Darüber hinaus werden die Anhänger der Viktoria wie gewohnt über die Social Media Kanäle von Viktoria Köln (FacebookInstagram und Youtube) und den Live-Ticker auf Twitter auf dem Laufenden gehalten.

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