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Schultz: „Immer einen Schritt nach dem anderen“

Michael Schultz ist seit dem Winter bei der Viktoria (Bild: Julia Schulz/Viktoria Köln)

29.03.2021

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler von Viktoria Köln genauer vor. Heute: Michael Schultz.

Wenn man Michael Schultz fragt, wann er begann, Fußball zu spielen, zuckt der Verteidiger mit den Schultern: „Mit den Freunden im Kindergarten habe ich schon immer gekickt. Mit vier Jahren dann im Verein.“ Sein erster Klub, der SV Viktoria Herxheim 1913, hatte nicht nur einen ausgezeichneten Vereinsnamen, sondern bot ihm auch die Möglichkeit, seine Kinderjahre mit seinen Freunden auf dem Rasen zu verbringen. „Schulle“, wie Schultz auf dem Platz gerufen wird, spielte in seiner Jugend noch in der Offensive und das so gut, dass er zum Landesstützpunkt eingeladen wurde. Als dort der Trainer zum Karlsruher SC als Coach für die U 13 berufen wurde, wollte dieser Schultz gerne ebenfalls zum großen Verein in der Region mitnehmen. Und so fuhr ihn sein Vater, der selbst in der Oberliga gekickt hatte, von nun an die halbe Stunde zum Trainingsgelände des KSC.

„Plötzlich war ich einer von den Jungs“, erinnert sich der heute 27-Jährige an seine Ankunft in der Karlsruher Talentschmiede, „da muss man erst seinen Platz finden, was mit zwölf Jahren nicht so leicht ist. Und man stresste sich, dass man aussortiert werden könnte.“ Doch Schultz erreichte immer die gewünschten Ziele und wurde zum Innenverteidiger umgeschult. „Anfangs war das seltsam, aber ich mochte schnell die vielen Ballkontakte und das Spiel vor mir zu haben“, schaut der Abwehrspieler zurück. Zudem bekam er die Kapitänsbinde, die er in vielen Jugendmannschaften trug. In seiner ersten Spielzeit in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest spielte er fast die gesamte Saison durch an der Seite von Hakan Calhanoglu (heute beim AC Mailand) und sah seine erste Rote Karte. „Da brach eine Welt für mich zusammen“, lacht der 1,94 Meter große Verteidiger heute, „auch wenn Härte im Spiel ist oder man ein taktisches Foul zieht, bin ich keiner für ein grobes Einsteigen.“ Die Statistik gibt Schultz recht: In seiner Zeit bei den Herren wurde erst einmal mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen.

Nachdem sich Schultz auch in der A-Junioren-Bundesliga verdient gemacht hatte, stieg der seinerzeit 19-Jährige in die U 23 des Karlsruher SC auf. Unglücklicherweise war die erste Mannschaft der Eurofighter gerade in die 3. Liga abgestiegen, weshalb die zweite Mannschaft gezwungen war, die Regionalliga zu verlassen. Somit startete die Herren-Karriere für Schultz in der Oberliga Baden-Württemberg, womit er im Nachhinein zufrieden ist: „Es ist gut so, wie es gekommen ist. Man konnte sich an Spieler mit mehr Körpergewicht und Erfahrung gewöhnen.“ Schultz traf in seinem ersten Spiel in der Oberliga gegen den FC 08 Villingen und stand jede Partie in der Startelf. Doch als es nach der nächsten Saison erneut nicht aus der Oberliga zurück in die Regionalliga ging, sah der Abwehrspieler, dass er nicht weiterkam. „Es fiel mir schwer, den KSC nach neun Jahren zu verlassen“, erklärt Schultz heute, „auch wenn ich zu Testspielen bei den Profis ran durfte, gab es keine Chance, in der ersten Mannschaft Fuß zu fassen.“

Und so zog der Verteidiger weiter nach Kaiserslautern. Zwei Spielzeiten verteidigte Schultz für die zweite Mannschaft der Roten Teufel in der Regionalliga, doch sah er auch hier, dass er nicht vorankam. „Wenn du Ambitionen hast, dann kannst du nicht ewig U 23 spielen“, sagt Schultz über seine vier Jahre in Reserveteams. Für ihn ging es zum nächsten Traditionsklub, der ebenfalls in der Regionalliga Südwest spielte: dem SV Waldhof Mannheim. Schultz hatte mit den Blau-Schwarzen eine gelungene erste Spielzeit, bis er sich kurz vor Saisonschluss das Kreuzband riss. „Das war schon fies“, erinnert sich der Pfälzer zurück. So konnte er nicht verhindern, dass sein Team in der Relegation am SV Meppen scheiterte. „Ich habe danach viel investiert, um wieder fit zu werden“, berichtet Schultz, der fast ein ganzes Jahr bis zur Rückkehr in die Regionalliga brauchte. Genau richtig, um in der nächsten Relegation eingesetzt zu werden. Gegen den KFC Uerdingen gab es nach einer 0:1-Niederlage im Hinspiel, auch im Rückspiel ein 0:2.

Doch in der nächsten Spielzeit stieg ‚Schulle‘ mit Waldhof endlich auf. „Das war eine Wahnsinnssaison“, bekundet Schultz, der mit Mannheim in der Liga nur zwei Spiele verlor und im Finale des Badenpokals stand.

In der Folge lernte der damals 26-Jährige die 3. Liga kennen. „Höheres Niveau der Mannschaften, bessere Stürmer“, konstatiert Schultz, „aber man muss immer einen Schritt nach dem anderen machen. Das war bisher immer so in meiner Karriere.“ Waldhof etablierte sich schnell in der Liga und spielte oben mit, bevor Corona die Saison unterbrach. Die Blau-Schwarzen konnten nach Wiederaufnahme der Spielzeit nicht an die alte Form anknüpfen und beendeten die Saison auf einem soliden neunten Tabellenplatz. Schultz bekam in der Sommerpause viele Wechselangebote, doch der Innenverteidiger entschied sich für Eintracht Braunschweig, den Aufsteiger in die 2. Bundesliga. Sein erstes Spiel für den neuen Arbeitgeber war direkt ein fulminanter 5:4-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Bundesligisten Hertha BSC Berlin, doch nachdem der Auftakt in der 2. Liga zum Fehlstart wurde, bekam Schultz keine Chance, sich bei seinem neuen Arbeitgeber zu beweisen.

So entschied er sich für eine Leihe zur Winterpause. „Steegi (Anm. d. Red. Marcus Steegmann, Sportlicher Leiter) und Franz (Anm. d. Red. Franz Wunderlich, Sportvorstand) wollten mich unbedingt bei der Viktoria haben. Und mir war es wichtig, bei einer Mannschaft mit Potenzial Spielpraxis zu sammeln, was bei der Viktoria der Fall ist“, freut sich der 27-Jährige über seine Leihe auf die Schäl Sick. Und auch die Viktoria kann sich freuen: Schultz konnte sich schnell bei den Höhenberger Jungs eingliedern, stand alle acht Partien über die gesamte Spielzeit auf dem Platz und gewann mit der Viktoria fünf davon.

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