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Alexander Höck: „Höhenberg ist meine Heimat“

Alexander Höck (re.) bei seinem Profidebüt letzte Saison gegen Würzburg (Foto: Peter Ciper/Viktoria Köln)

20.02.2021

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler von Viktoria Köln genauer vor. Heute: Alexander Höck.

Am 1. Juli 2020 um kurz vor neun Uhr abends kam Alexander Höck zu seinem Profi-Debüt im Sportpark Höhenberg. Der Innenverteidiger konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, dass er in vier Minuten mit 18 Jahren, drei Monaten und einem Tag zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte werden würde. Wissen konnte das niemand. Ahnen vermutlich schon.

Alexander Höck oder ‚Höcki‘, wie man ihn auf dem Rasen ruft, wurde in eine Familie geboren, die er selbst als ‚fußballverrückt‘ bezeichnet. „Meine Großväter haben gespielt, mein Vater war Torwart beim FC Junkersdorf und mein Bruder kickte auch früher in der Jugend der Viktoria“, erzählt der 1,94 Meter große Innenverteidiger, der stets von seiner Familie auf dem Weg zum Profi-Fußballer unterstützt wurde. Bereits mit fünf Jahren trat der in Porz geborene Nachwuchskicker in seinen ersten Verein ein, den RSV Rath-Heumar 1920. Während eines Sommerfußballcamps wurde er von der 1. Jugend-Fußball-Schule Köln entdeckt und spielte daraufhin bei 1. JFS gegen große Mannschaften der Region, wie zum Beispiel Bayer 04 Leverkusen. Die Werkself bekundete bald ihr Interesse an ‚Höcki‘, der damals noch im Sturm spielte und holte ihn innerhalb der Saison in ihre U 10 nach Leverkusen.

Fünf Jahre schnürte der schon damals hochgewachsene Nachwuchsspieler seine Schuhe für Bayer. Als in der U 12 das Spielfeld größer wurde, stellte ihn sein Trainer auf die Position des Innenverteidigers. ‚Höcki‘ liebte es: „Das war von Anfang an mein Ding“, sagt er heute darüber, „und ich glaube, dass ich auf dieser Position meiner Mannschaft am meisten nutze.“ Über seine Zeit bei Bayer hat der Verteidiger nur Positives zu berichten: Fußballturniere in Polen und Italien machten ihm Spaß, die Kombination von Leistungsfußball und Schule war anspruchsvoll, aber er wuchs daran. Bis es in der U 16 für ihn nicht mehr reichte. „Ich hatte nie daran gedacht, dass auch ich einmal aussortiert werden könnte“, denkt ‚Höcki‘ an sein Ende bei Bayer zurück. Aber Traurigkeit passt nicht zu dem Innenverteidiger, der aus der Not eine Tugend machte und bei der Viktoria zum Probetraining vorbeikam. „Ich wohne keine zehn Minuten vom Sportpark Höhenberg entfernt und ich betone stets, dass Höhenberg meine Heimat ist“, gibt der 18-Jährige an, „und da es für mich eine Herzensangelegenheit war, für diesen Verein zu spielen, habe ich mich auch sonst nirgendwo für ein Probetraining beworben.“

Viktoria Köln und Alexander Höck passten von Anfang an zusammen wie der Schiedsrichter und seine Trillerpfeife. Seine Heimatverbundenheit gegenüber dem Verein und der Schäl Sick trafen auf das familiäre Umfeld des kleinen Vereines aus Höhenberg, in dem er sich auf Anhieb zurechtfand. Er spielte in der U 16 und in der U 17 in der Mittelrheinliga, bevor er als 17-Jähriger in die U 19 aufstieg, die in der A-Junioren Bundesliga West kickte. Sein Trainer war Welt- und Europameister Jürgen Kohler, der als Spieler ebenfalls in der Innenverteidigung gestanden hatte. „Er gab mir oft Tipps oder konnte eine Anekdote aus seiner Zeit als Verteidiger erzählen. Es hätte für mich nichts Besseres geben können - und das auch noch direkt vor meiner Haustür“, erzählt Höck. Doch viel zu lachen gab es in der Saison nicht. Viktorias U 19 konnte bis zum Corona bedingten Abbruch der Saison kaum ein Spiel gewinnen. Doch Abwehrspieler Höck hatte Glück im Unglück, denn als die Profis in Kleingruppen wieder auf den Platz konnten, durfte er mittrainieren.

Und so kam es ein paar Monate später zur Einwechslung, die den Höhepunkt in seiner noch jungen Karriere bedeuten sollte: Viktoria empfing am vorletzten Spieltag den Aufstiegsaspiranten Würzburger Kickers. Nachdem es torlos zum Pausentee ging, drehte Viktoria in der zweiten Hälfte auf. So kamen die Nachwuchs-Innenverteidiger Alexander Höck und Dario De Vita in der 88. Minute auf den Rasen, um die Führung über die Zeit zu bringen. Doch dann kam es in der Nachspielzeit zu der Geschichte, die nur der Fußball schreibt: Die Innenverteidiger De Vita und Höck trieben mit einem doppelten Doppelpass das Leder zwischen drei Würzburgern hindurch und ‚Höcki‘ tunnelte den herausstürmenden Schlussmann Vincent Müller zum 5:1-Endstand. „Man kann das nicht in Worte fassen“, sagt der 18-Jährige noch heute darüber, „es ist buchstäblich unbeschreiblich.“ Auf der Straße wurde er von nun an ab und zu angesprochen, denn der Debütant war nicht nur der jüngste Torschütze des Vereins, sondern setzte zudem den Schlusspunkt zum höchsten Sieg der Viktoria in der 3. Liga. Aber Höck, der es lieber ruhig hält, war etwas anderes viel wichtiger: „Beim letzten Spiel der Saison durfte ich in der Merkur Spiel-Arena eine ganze Halbzeit ran“, sagt der Innenverteidiger bescheiden, „zu sehen, wie es wirklich in der 3. Liga auf dem Feld läuft, hat mir viel gebracht.“

Es sollte für eine lange Zeit das letzte Spiel in der 3. Liga für den Newcomer sein. In der Vorbereitung zur neuen Saison wurde Höck gefoult und wusste sofort, dass das Kreuzband durch war. Für ihn sind fremdverschuldete Verletzungen nichts Neues: Mittelfußbruch und Bänderriss hat der Spieler in seiner jungen Karriere bereits hinter sich gebracht. Doch von einem Kreuzbandriss zu genesen, gestaltet sich physisch und psychisch schwieriger. „Die Kollegen unterstützen mich und meine Familie ist für mich da“, betont Höck, „letztens konnte ich ein paar Pässe spielen im Training, das war ein sehr schöner Moment.“

Und nun, da bei seinem Freund und Mitspieler Dario De Vita ebenfalls das Kreuzband gerissen ist, steht ‚Höcki‘ ihm mit Rat und Tat zur Seite. Ob es diese Saison noch etwas wird mit seiner Rückkehr in die 3. Liga? „Wenn du mich fragst, will ich schon im nächsten Spiel wieder auf dem Platz stehen“, sagt der 18-Jährige und man spürt seinen Eifer, „aber alle im Verein sagen, ich soll es ruhig angehen lassen.“ Zurecht, schließlich kann Höck ja noch etliche Spiele für die Viktoria absolvieren, wenn sein Knie erst einmal wieder fit ist.

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