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Gegnercheck: Türkgücü kommt auf die Schäl Sick

Albert Bunjaku spielte schon zweimal gegen Sercan Sararer, den Top-Vorlagengeber der Liga (Foto: Jakob Settgast/Viktoria Köln)

12.01.2021

Der Aufsteiger Türkgücü München sorgt auf und neben dem Platz für Wirbel. Der Verein hat einen rasanten Aufstieg in den letzten Jahren hingelegt. In der 3. Liga befinden sich die Münchner nur knapp hinter einem Aufstiegsplatz.

Die letzte Saison:

Türkgücü München startete als Aufsteiger in die Regionalliga Bayern. Schnell ließ die Mannschaft zusammen mit dem 1. FC Schweinfurt 05 die restliche Liga hinter sich. Beide Teams trugen den Kampf um die Meisterschaft somit quasi unter sich aus. Doch auch Schweinfurt musste sich im direkten Duell gegen den Neuankömmling geschlagen geben und so führte der Verein aus der Landeshauptstadt des Freistaats Bayern die Liga mit neun Punkten an, als am 25. Spieltag Corona den Stecker zog. Türkgücü München wurde in der Folge vom Bayerischen Fußballverband zum Meister erklärt und stieg in die 3. Liga auf. Für den Verein von der Isar, der 2018 noch in der Landesliga Bayern-Südost kickte, war es der dritte Aufstieg in Folge.

Der Saisonverlauf:

In der 3. Liga sorgten drei der vier Neuankömmlinge aus den Regionalligen für Furore: Der 1. FC Saarbrücken erklomm in Windeseile die Tabellenspitze, der SC Verl hatte bald den besten Punkteschnitt der Liga und Türkgücü München feuerte zu Beginn der Saison aus allen Rohren. Neun Tore in den ersten drei Spielen erzielten die Bayern, die sich in der Folge im oberen Tabellendrittel festsetzten. Auch Spielabsagen wegen Corona, „falsche Positivtests“, die die Mannschaft in Quarantäne zwangen und ein Streit um die Vergabe eines Startplatzes im DFB-Pokal mit dem 1. FC Schweinfurt 05 konnten den Münchnern kein Formtief beibringen. Allerdings erregte Ende Dezember ein möglicher Rückzug des Investors Hasan Kivran Aufsehen, da der Verein ohne seine Unterstützung in finanzielle Schwierigkeiten geraten würde. Kivran revidierte seine Entscheidung zwar am letzten Wochenende. Doch die undurchsichtige Situation sorgte dafür, dass einige Spieler in der Winterpause wechselten – Tom Boere zum SV Meppen und Marco Holz in Österreichs 2. Liga zu Wacker Innsbruck. Zudem wurden die Verträge mit zwei weiteren Spielern aufgelöst. Der Spielfreude der Münchner scheint all das nicht geschadet zu haben: Türkgücü besiegte am Montag Tabellenführer Dynamo Dresden mit 1:0 und hat nun nur noch vier Punkte Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz.

Der Kader:

Da Türkgücü in den letzten Jahren in keiner Liga länger als eine Spielzeit zu Hause war, änderte sich auch der Kader stetig. So ist der treueste Spieler, Mittelfeldakteur Ünal Tosun, erst seit der Saison 2018/2019 bei den Münchnern. Seine neuen Mitspieler kamen diese Saison aus verschiedenen Ligen nach Bayern, um dort Stammkräfte zu werden: Der defensive Mittelfeldspieler Philipp Erhardt (kam vom SV Mattersburg), Torwart René Vollath (vom Drittligisten KFC Uerdingen) und Stürmer Petar Sliskovic (für 150.000 Euro vom Drittligisten MSV Duisburg) standen bisher in jeder Begegnung auf dem Feld. Letzterer konnte bisher elf Treffer in 17 Spielen für den Aufsteiger erzielen, was fast die Hälfte aller geschossenen Tore für Türkgücü bedeutet. Doch auch einige Leistungsträger der letzten Saison verließen den Verein: Mit Patrick Hasenhüttl (zum Drittligisten SpVgg Unterhaching), Kasim Rabihic (jetzt SC Verl) und Yasin Yilmaz (zu Türkspor Augsburg) gingen Offensivkräfte, die für 28 der 51 Tore der letzten Saison verantwortlich waren.

Der Spieler im Fokus:

Sercan Sararer ist zurzeit der Top-Vorbereiter der Liga. Der gebürtige Nürnberger, der spanische und türkische Wurzeln hat, durchlief die Jugend bei Greuther Fürth, die im Anschluss mit seiner Hilfe in der Saison 2011/2012 den Sprung vom Unterhaus in die Bundesliga schafften. Zeitgleich zogen die Fürther im DFB-Pokal bis ins Halbfinale ein und besiegten auf dem Weg den Stadtkonkurrenten 1. FC Nürnberg, bei dem zu dieser Zeit Albert Bunjaku spielte. In der Folge pendelte der türkische Nationalspieler zwischen den obersten zwei Ligen in Deutschland im Trikot vom VfB Stuttgart, Fortuna Düsseldorf und erneut Greuther Fürth, bevor er als mittlerweile 28-Jähriger zum vereinslosen Spieler wurde. Nach einem halben Jahr ohne Klub heuerte ihn der Karlsruher SC für eine Rückrunde in der 3. Liga an, stellte Sararer zur nächsten Spielzeit allerdings frei. Aber dann: Am 1. Januar 2020 verpflichtete Türkgücü München den Offensivspieler und stieg mit ihm in die 3. Liga auf. Bei den 16 Einsätzen, die der mittlerweile 31-Jährige für die Münchner in dieser Saison verbuchen konnte, bereitete er elf Tore vor und schoss fünf weitere – sein letztes Tor sicherte Türkgücü drei Punkte beim 1:0 gegen Dresden.

Der Trainer:

Alexander Schmidt kennt sich aus im Fußballgeschäft Münchens. Der gebürtige Augsburger trainierte jahrelang die Jugend vom TSV 1860, bevor er zur Saison 2012/2013 als Coach der Reserve eingesetzt wurde. Wenige Monate später verlor Reiner Maurer seinen Cheftrainerposten bei der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga und Schmidt, der gute Ergebnisse in der Regionalliga Bayern erzielte, wurde sein Nachfolger. Allerdings konnte auch er die Sechziger nicht auf einen Aufstiegsplatz hieven und so endete das Engagement nach neun Monaten. Es folgte ein Trainer-Intermezzo beim SSV Jahn Regensburg (20 Spiele, 12 Niederlagen) und Nachwuchsarbeit beim VfB Stuttgart. Anschließend wechselte Schmidt zur SpVgg Unterhaching, bei der er die U 19 für ein halbes Jahr coachte. Danach zog es ihn nach Österreich, wo er zuerst Jugendarbeit in der Talentschmiede von RB Salzburg verrichtete, bis der österreichische Bundesligist SKN St. Pölten ihn zum Trainer machte. Nach 26 Spielen entließ man den Coach, nachdem die Nordösterreicher neun Spiele in Folge ohne Sieg geblieben waren. Kurze Zeit darauf stieg Türkgücü München mit Trainer Reiner Maurer in die 3. Liga auf und Alexander Schmidt beerbte ihn erneut. Seitdem steht er bei seinem dritten Verein im Großraum München an der Seitenlinie.

Die Historie:

1988 wurde Türkgücü München der zweite Migrationsverein nach Türkiyemspor Berlin, der es in die dritthöchste Spielklasse Deutschlands schaffte. In der Bayernliga war der unter dem Namen SV Türk Gücü München (Türk Gücü bedeutet übersetzt türkische Macht/Kraft) bekannte Klub vier Spielzeiten lang vertreten und zog bei Derbys gegen den TSV 1860 München bis zu 12.000 Besucher an. Am 23. September 1989 trafen die Münchner in der Bayernliga auf den MTV Ingolstadt und lagen mit 0:1 zurück, als Torwart Gerald Hillringhaus in der 89. Minute zur Ecke mit nach vorne kam. Der hineingeflankte Ball wurde von dem Schlussmann so sehenswert per Seitfallzieher zum 1:1-Endstand verwandelt, dass die Zuschauer der Sportschau den Treffer zum Tor des Monats kürten. Hillringhaus ging am Ende der Saison zum großen FC Bayern München und stand für den Rekordmeister in den nächsten zwei Spielzeiten 22-mal im Kasten.

Die Partie in den Medien:

Anpfiff der Begegnung zwischen Viktoria Köln und Türkgücü München ist am Freitag um 19.00 Uhr. Ab 18.30 Uhr gibt es die dazugehören Bewegtbilder aus dem Sportpark Höhenberg live bei Magenta Sport. Zudem werden die Viktoria-Anhänger über die Social Media Kanäle von Viktoria Köln (Facebook, Instagram und Youtube) und den Live-Ticker auf Twitter auf dem Laufenden gehalten.

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