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Niemals geht man so ganz

Kai Klefisch und Alexander Höck werden Viktoria Köln im Sommer verlassen, aber sicher nie vergessen. (Foto: Viktoria Köln)

07.05.2022

Zwei Jungs, die das rote V in ihrem Herzen haben, werden die Schäl Sick zum Saisonende verlassen. Während Alexander Höck (20) vom Rhein an die Weser in die U 23 von Werder Bremen wechselt, geht es für Kai Klefisch (22) in die 2. Bundesliga zum SC Paderborn. Wir haben mit beiden Spielern über ihre Zeit in Höhenberg gesprochen, die Gespräche wurden vor Kais Verletzung geführt.

Wie ich zur Viktoria kam

Kai Klefisch: „Ich kam 2014 von Bayer Leverkusen aus der U 15 in die U 17 der Viktoria. Damals hat es in Leverkusen nicht mehr so gepasst aus Sicht der Trainer, weil man dort mit ein Jahr älteren Jugendlichen in einer Mannschaft spielt, es gibt dort keine U 16. Meine Statur und das Gesamtpaket haben aus Sicht der Trainer nicht gepasst, sie hätten mir keine Spielzeit versprechen können, und das wollte ich damals nicht. Das Wichtigste ist, dass man spielt in diesem Alter. Mein Bruder war damals hier bei der Viktoria, von daher kannte ich auch schon den Trainer, und dann war das naheliegend gewesen, dass es hierhin geht, weil es auch B-Junioren-Bundesliga war in dem Moment.“

Alexander Höck: „Ich kam zur U 16. Ich bin damals bei Bayer Leverkusen aussortiert worden. Als junger Mensch, wenn man so lange in einem Nachwuchsleistungszentrum gespielt hat, war das erst mal ein schwieriger Schritt für mich, weil die Viktoria damals noch kein NLZ hatte. Aber ich wurde vom Christopher Gonska, der jetzt nicht mehr hier ist, super empfangen, er hatte auch schon meinen Bruder trainiert. Ich habe mich tatsächlich von der ersten Sekunde an wohlgefühlt, weswegen es dann ja auch so eine lange Zeit geworden ist. Ich war direkt voll da und konnte die DNA, weil es ja auch mein Heimatverein ist, direkt voll annehmen. So sind daraus diese schönen, langen Jahre geworden.“

Mein schönster Moment

Kai: „Ich kann mich noch gut erinnern an die U 19, mein letztes Jahr in der Jugend, da haben wir den Mittelrheinpokal gewonnen. Im Finale haben wir Leverkusen geschlagen, das war dann auch so ein bisschen die Retourkutsche zum Ende meiner Zeit als Jugendspieler, das war schon einer der schönsten Momente. Die Aufstiege mit den U-Mannschaften waren natürlich auch immer besonders.  Im Seniorenbereich ist irgendwie alles ein Highlight, wenn man hier spielen darf. Gleich im ersten Jahr sind wir aufgestiegen, das war sicherlich ein Jahr, das mich sehr weit nach vorne gebracht hat. Aber jede Saison in der 3. Liga für sich war dann auch ein Highlight.“

Höcki: „Das war mit Abstand mein Profi-Debüt, bei dem ich auch gleich meinen ersten Profi-Treffer erzielt habe (am 1. Juli 2020 beim 5:1 gegen Würzburg/d.Red.). Das kann man tatsächlich gar nicht in Worte fassen, was da ein einem vorgeht. Wenn du eingewechselt wirst und du denkst, dass du drei, vier Minuten in der Dritten Liga mal reinschnuppern kannst, und dann ist nach zwei Minuten der Ball in der Kiste – das ist ein unglaublicher Moment gewesen, den werde ich auch nie in meinem Leben vergessen. Allein schon die Möglichkeit vom Verein bekommen zu haben, hier diese ersten Schritte zu gehen, das war schon etwas ganz Großes für mich. Dass es dann gleich im ersten Spiel so passiert, das war dann mit Abstand der schönste Moment.“

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Mein bitterster Moment

Kai: „Meine bittersten Momente waren wohl in der Jugend die Abstiege. Wie sind immer aufgestiegen und dann in der Bundesliga wieder abgestiegen. Das waren sicher die bittersten Momente. Im Seniorenbereich kann ich jetzt eigentlich keinen großen bitteren Moment nennen, außer die Niederlage gegen Hennef in der ersten Pokalrunde 2019. Das war die einzige Saison, in der wir nicht in den DFB-Pokal eingezogen sind. Das war bitter, aber sonst war jede Saison top.“

Höcki: „Eventuell dieser jetzt. Der Abschied ist immer schwer, das muss ich schon sagen. Ich bin schon ein bisschen traurig, dass es letztendlich nicht weiter geht, weil ich dem Verein viel gegeben habe, und der Verein hat mir sehr viel gegeben. Und besonders bitter war natürlich meine schwere Verletzung, das war eine bittere Geschichte mit dem Kreuzbandriss im Sommer 2020. Aber der Verein und alle Beteiligten haben mich hervorragend unterstützt und da wieder rausgeholt. Davon abgesehen habe ich hier fast nur schöne Momente erlebt, auch die schlimmen Momente hatten etwas Spezielles, was einen wieder weitergebracht hat. Ich suche jetzt eine neue Herausforderung und mehr Spielpraxis. Ich bin seit 15 Jahren im Vussball unterwegs hier im Westen, hier kennt mich auch schon jeder, da ist es vielleicht ein guter Zeitpunkt. Und ganz ehrlich: Ob sich die Wege noch mal kreuzen? Sehr gerne! Mal schauen was passiert.“

Was ich mir für meine Zukunft erhoffe

Kai: „Ich hoffe natürlich, in der zweiten Liga erst mal Fuß zu fassen, meine Spiele zu machen, mich weiter zu entwickeln, persönlich wie vussballerisch. Das große Ziel ist dann irgendwann mal die Bundesliga. Aber das geht natürlich nur Schritt für Schritt. Jetzt steht erst mal die zweite Liga an, und da versuche ich, alles zu geben. Wo die Reise dann am Ende hingeht, wird man sehen. Ich freue mich auf die Zeit, werde aber auf jeden Fall gute Erinnerungen an die Zeit hier bei der Viktoria haben.“

Höcki: „Zunächst mal Spielpraxis, klar. Langfristig möchte ich einfach das Beste aus meinen Möglichkeiten machen. Ich werde hart an mir abreiten, um mich in jeglicher Hinsicht weiterzuentwickeln. Ich glaube, ich habe noch viel zu tun in meinem vussballerischen Leben, habe vielleicht meine Möglichkeiten noch nicht ganz ausgeschöpft. Ich möchte durch diese Spielpraxis wieder in einen gewissen Rhythmus kommen und mir selber auch zeigen, dass ich nicht nur mit meinen eigenen Teamkollegen gut spielen kann, sondern auch gegen fremde Mannschaften. (lacht)“

Was ich Viktoria für die Zukunft wünsche

Kai: „Nur das Beste auf jeden Fall! Vielleicht ist es ja irgendwann mal so weit, dass man noch mal eine Liga hochkommt, das wäre natürlich überragend. Ich wünsche dem Klub wirklich nur das Beste, ich wurde hier erwachsen sozusagen, ich bin als Junge gekommen und gehe als Mann. Ich habe hier alles miterlebt, das war schon eine lange Zeit jetzt. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich werde die Zeit hier vermissen, aber ich weiß auch, dass hier so ein gutes Umfeld herrscht, und dass hier so gute Arbeit geleistet wird, dass es auf jeden Fall in den nächsten Jahren weiter erfolgreich laufen wird.“

Höcki: „Erst mal wünsche ich mir, dass wir die Saison jetzt gut zu Ende und das Ganze zügig über die Bühne bringen. Das hat sich die Mannschaft einfach verdient, nachdem ihr so viele Steine in den Weg gelegt wurden. Ansonsten wünsche ich der Viktoria natürlich, dass sie sich weiter festigt. Ich wünsche dem Verein nur das Beste, denn der Verein hat mir auch nur das Beste gegeben. Ich hoffe ja wie gesagt, dass sich die Wege eventuell noch mal kreuzen – aber natürlich nicht in der Regionalliga! (lacht)“

Diesen Viktoria-Spieler würde ich gerne mit zu meinem neuen Team nehmen

Kai: „Ei, ei, ei, das ist schwierig, es gibt viele gute hier. (lacht und überlegt) Dann würde ich sagen, Rossi (Maximilian Rossmann/d.Red.). Wir machen viel gemeinsam außerhalb des Vussballs, gehen zum Beispiel gemeinsam Boxen. Das ist als zweite Belastung ein top Training. Wenn wir jetzt so weit auseinander wohnen werden, wird das nicht mehr so einfach zu machen sein. Da wäre es schon schön, ihn einfach mit ins neue Team zu nehmen.“

Höcki: „Kai Klefisch, aber ich glaube nicht, dass Kai gerade an eine U23 denkt. Im Endeffekt habe ich mich mit allen hier gut verstanden und hätte mit allen gerne weitergespielt und weiter an der Viktoria-Geschichte geschrieben. Kai ist obendrein ein herausragender Vussballer.“

Gegen diesen Gegner würde ich Viktoria gerne mal im Sportpark Höhenberg als Zuschauer anfeuern

Kai: „Wenn es für die Viktoria in den nächsten Jahren richtig geil laufen sollte, würde ich gerne mal gegen den FC Bayern München vorbeischauen – aber vielleicht klappt da ja auch mal im DFB-Pokal.“

Höcki: „Gegen den FC im DFB-Pokal! Das wäre cool, und es ist ja auch möglich. Ich hoffe und glaube, dass wir den Bitburger-Pokal hierbehalten werden. Und wer weiß, vielleicht ist die Glücksfee ja mal mit uns. Natürlich wären Dortmund oder Bayern auch unglaublich attraktiv, aber ein Stadtderby im Sportpark wäre bestimmt etwas Besonderes. Da würde ich auf jeden Fall kommen, wenn es mein Spielplan in Bremen irgendwie zulassen würde.“

Mein kölsches Lieblingslied

Kai: „‚Wolkeplatz‘ von Miljö.“

Höcki: „Da gibt es zu viele (lacht). Ich nenne jetzt einfach mal drei: ‚En unserem Veedel‘ von den Bläck Fööss, ‚Liebe deine Stadt‘ von Mo-Torres, Cat Ballou  und Lukas Podolski, obwohl der ja nur einen Satz sagt, finde ich gut. Und ‚Et jitt kei Wood‘ von Cat Ballou. Es gibt noch viele mehr, aber diese drei beschreiben die Stadt schon sehr gut. Wenn man hier aufgewachsen ist, dann kann man die Texte sehr gut nachvollziehen.“

Meine kölsche Lieblingsspeise

Kai: „Himmel un Äd“

Höcki: „Flönz ist nicht mein Ding. Aber Halven Hahn oder ein Metthappen mit Zwiebeln sind schon lecker.“

Viktoria – das V steht für Vussball!

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