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Christoph John im Interview: „Gute Ergebnisse, aber auf unsere Art“

Immer mit von der Partie: Chrisoph John (Foto: Viktoria Köln)

08.09.2021

Für Christoph John, den Sportlichen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Viktoria, ist es zurzeit eine aufregende und anstrengende Zeit zugleich. Mehrere A-Jugend-Spieler sind in den Profi-Kader aufgestiegen, zudem starten viele jüngere Jahrgänge nach der Corona-Unterbrechung in eine neue Saison. Dennoch findet der 62-Jährige die Zeit, kurz vor dem Start der A-Junioren-Bundesliga West mit uns ein Gespräch zu führen.

Herr John, aktuell steht das NLZ der Viktoria im Fokus wie selten zuvor, denn viele der A-Jugend-Spieler sind zurzeit in der 3. Liga zu sehen.

Christoph John: Eine U 19 ist immer das Flaggschiff eines Nachwuchsleistungszentrums. Deshalb erfüllt es uns mit Stolz, dass zurzeit mehrere Nachwuchskräfte in die 1. Mannschaft aufgestiegen sind: Vier Spieler haben einen Lizenzvertrag bei den Profis erhalten, weitere drei kamen bei Pflichtspielen zu Einsätzen und zwei Spieler standen bereits mehrmals im Kader der Drittligamannschaft. Doch nicht nur bei Spielern sieht man die Aufstiegsmöglichkeiten zu den Profis: Patrick Elert, der in der letzten Spielzeit noch die Assistenz im NLZ gemacht hat, ist nun der Teammanager der 1. Mannschaft. Und Marian Wilhelm ist mittlerweile nicht mehr nur der Chefcoach unserer U 19, sondern auch Co-Trainer der Profis, wodurch er als Übergangscoach den Jungspielern enorm hilft.

Einer von diesen Jungspielern durfte nun sogar in der U 19-Nationalmannschaft ran.

John: Nicht nur das: Youssef (Anm. d. Red. Youssef Amyn) hat bei seinem Debüt gegen die Schweiz sogar den 1:0-Siegtreffer erzielt! Als ich von meinem Vorgänger Roland Koch das Amt vor zwei Jahren übernommen habe, meinte dieser zu mir, dass wir hier eines Tages U-Nationalspieler ausbilden werden. Damals habe ich darüber noch gelacht. Jetzt haben wir einen. Ein wahrer Meilenstein unserer individuellen Förderung.

Nun beginnt am Wochenende die A-Junioren-Bundesliga West. Wie schätzen Sie die Liga für unsere U 19 ein?

John: Das wird eine Herausforderung. Viele unserer U 19-Spieler werden bei den Profis eingesetzt und fehlen daher in der A-Jugend-Mannschaft. Doch es gibt dabei auch positive Aspekte: Die Jungs, die oben mittrainieren, können das Erlernte mit in die U 19 bringen und dadurch andere Spieler mitziehen.

Ist es ein Unikum, dass bei einem Verein so viele junge Spieler zu der 1. Mannschaft hochgezogen werden?

John: Nein, bei manchen Vereinen ist es das Geschäftsmodell. So weit sind wir noch nicht. Ich begreife den Aufstieg von Jugendspielern in die 1. Mannschaft als unsere Aufgabe. Meisterschaften im Juniorenbereich zu feiern ist sicherlich schön, aber wenn am Schluss keiner davon den Sprung zu den Profis schafft, haben wir unsere Arbeit nicht getan.

Nun gab es in letzter Zeit viele Erfolge durch die Jahrgänge hinweg: Die U 19 und die U 17 fuhren Siege gegen Jugendmannschaften des 1. FC Köln ein, die U 15 und die U 13 gewannen gegen Nachwuchsteams von Rot-Weiss Essen. Woran liegt das?

John: Das liegt unter anderem an unserer Spielphilosophie. Wir wollen offensiv, aktiv und initiativ spielen und jeden Spieler mitnehmen. Natürlich wollen wir auch gute Ergebnisse einfahren, aber auf unsere Art. Das heißt, dass unsere Trainer Rückendeckung haben, wenn diese Philosophie dazu führt, dass mal ein Spiel verloren wird.

Können Sie das genauer erklären?

John: Zum Beispiel: Zwischen der U 12 und U 15 kommt jeder Spieler zum Einsatz. Wenn dadurch ein Sieg verpasst wird, ist das der Preis, mit dem wir leben müssen. Wir haben auch Nachwuchskräfte in unseren Kadern, die körperlich noch nicht so weit sind wie andere. Wären wir rein ergebnisorientiert, würden wir das nicht tun.

Nun war das NLZ stark betroffen durch die Corona-Beschränkungen. Hat die Pandemie Auswirkungen auf den jetzigen Spielbetrieb?

John: Im Leistungsbereich lief es vergleichsweise gut. Auch wenn es keine Pflichtspiele gab, konnte man wenigstens trainieren. Im Aufbaubereich sah es da ganz anders aus, denn der Nachwuchs musste teilweise monatelang online trainieren. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, fast jeden in diesen Jahrgängen zu behalten, auch bei denen, die auf der Kippe standen. Als vamiliärer Verein sehen wir uns da in der Pflicht.

Viktoria – das V steht für Vussball!

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