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David Philipp im Porträt: „Mit Liebe zum Ball geboren“

David Philipp kam im Sommer auf die Schäl Sick (Foto: Jakob Settgast/Viktoria Köln)

17.08.2021

Wenn man David Philipp fragt, wie er zum Fußball kam, dann schmunzelt er. „Ich wurde mit Liebe zum Ball geboren“, sagt der gebürtige Hamburger. Und auch wenn viele Fußballbegeisterte sich das ebenfalls auf die Fahne schreiben würden, sind wahrscheinlich nur wenige bereits in jungen Jahren so vernarrt in das Spiel wie der heute 21-Jährige. „Ich war immer in den Fußballkäfigen der Großstadt unterwegs“, erinnert sich Philipp an seine Zeit auf den Bolzplätzen der Hansestadt zurück, „bis die Kirchenglocke siebenmal geläutet hat. Dann bin ich nach Hause geflitzt.“

Eben auf einem solchen Fußballplatz wurde er von einem Mitarbeiter des Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Clubs, dem Verein aus der Nachbarschaft, zu einem Probetraining eingeladen. „Ich war ein Angsthase“, denkt der heutige Offensivspieler an seine erste Einheit auf dem Ascheplatz zurück, „doch nach nur kurzer Zeit wollte ich nicht mehr weg.“ Jeder im Klub kannte bald das Gesicht des Nachwuchskickers, denn auch wenn er kein Training hatte, war er auf dem Fußballplatz des HEBC zu finden. „Mit zehn Jahren erhielt ich mein erstes Angebot eines großen Hamburger Vereins“, sagt Philipp, „doch ich fühlte mich meinem kleinen und familiär geführten Klub verbunden – und wir hatten eine richtig gute Truppe.“

Seine Mannschaft feierte Aufstiege und Philipp wurde zur Hamburger Landesauswahl eingeladen. Der HEBC ging zeitgleich eine Kooperation mit dem SV Werder Bremen ein, wodurch der Ascheplatz der Jugend durch Kunstrasen ersetzt und der Nachwuchsspieler in die Talentförderung der Bremer aufgenommen wurde. Kurz darauf bot Florian Kohfeldt, der damalige U 15-Trainer der Werderaner, dem 14-jährigen Philipp einen Platz im Internat an. „Wenn du Fußball liebst und auch noch so ein Angebot von deinem Lieblingsverein bekommst, dann denkst du nicht lange nach“, fasst der Offensivspieler seine Entscheidung zusammen.

Während andere Spieler hier zum Höhenflug angesetzt hätten, hielt der zurückhaltende Nachwuchsspieler den Ball flach. „Ich träumte davon, in der B-Jugend von Werder Bremen zu spielen“, so Philipp. Und nachdem er sich bei der U 15 verdient gemacht hatte, ging der Traum von der B-Junioren Bundesliga Nord/Nordost in Erfüllung. Die Jugendspieler im Bremer Internat waren mittlerweile zu guten Freunden „mit super Spirit“ geworden und zeigten ihre Spielfreude bei jeder Partie. „In meiner einzigen U 17-Saison gewannen wir die ersten 17 Spiele am Stück und waren bereits lange vor Saisonende Meister“, erzählt Philipp über den Erfolg, zu dem er 14 Tore und 18 Vorlagen beisteuerte. Somit konnten seine Mitspieler und er gegen Ende der Saison in die U 19 hochgezogen werden und dort den Abstieg der A-Jugend verhindern. Einen Monat später traf Werder in der Endrunde der B-Junioren Bundesliga im Halbfinale auf Borussia Dortmund. Mit 1:1 und 3:0 gewannen die Grün-Weißen gegen den BVB, an allen Toren war der Offensivspieler beteiligt. Im Finale gegen Bayern München unterlagen die Werderaner aber unglücklich mit 0:2. „Wir haben einfach als Kollektiv gut gespielt“, erinnert sich Philipp zurück und verweist auf die Qualität innerhalb des Kaders. Mit Spielern wie Jean Manuel Mbom, Luca Plogmann (beide heute Werder Bremen) oder Luc Ihorst (heute Eintracht Braunschweig) war er auf und neben dem Platz eine Einheit geworden. „Das hatte etwas von Familie“, sagt der heute 21-Jährige, „und das brauche ich.“

In der U 19 entwickelte der Offensivspieler sich zu einem Torgaranten für die Grün-Weißen. In zwei Spielzeiten stand er in jeder Partie auf dem Rasen und war in 52 Spielen an 59 Toren direkt beteiligt. Philipp gab ebenfalls sein Debüt in der U 18-Nationalmannschaft und feierte dies mit zwei Treffern gegen die Auswahl von Italien. So war es keine Überraschung, dass Werder Bremen den Spieler aus der Jugend in den eigenen Reihen behalten wollte. Der mittlerweile 19-Jährige, der auch häufiger mit den Profis trainieren durfte, begann seine erste Saison im Herrenbereich in der Werderaner U 23 in der Regionalliga Nord. Nachdem er eine kleinere Verletzung zu Saisonbeginn auskuriert hatte, schoss der 1,80 Meter große Offensivspieler sieben Tore und bereitete vier weitere vor, bevor die Liga im März wegen der Corona-Pandemie zuerst unter- und dann abgebrochen wurde. Während die 3. Liga und höhere Spielklassen unter Auflagen den Spielbetrieb in der Saison 2020/2021 weiterführen konnten, war es in der Regionalliga Nord nicht möglich, die Spielzeit ohne Unterbrechung durchzuführen.

So entschied sich das Talent aus dem hohen Norden für eine Leihe in die Eredivisie. „Ich wollte ins Ausland gehen“, sagt Philipp über seinen Wechsel zu ADO Den Haag, obwohl er auch andere Angebote aus Deutschland hatte, „denn ich wollte etwas Neues erleben. Ein anderes Land, eine andere Sprache. Und die Liga spielt einen Fußball, der meinem Spiel sehr zugutekommt.“ Bei seinem ersten Einsatz in der höchsten holländischen Spielklasse schoss er gegen VVV-Venlo den Siegtreffer in der Nachspielzeit, doch war dieser Erfolg für seinen neuen Verein der einzige Lichtblick auf lange Zeit. Bereits nach dem 8. Spieltag musste der Trainer gehen, der neue Coach verpflichtete jede Menge Spieler. Als Philipp zudem mit einer Sprunggelenksverletzung für wenige Wochen ausfiel, verlor er seinen Platz in der Mannschaft und konnte in der zweiten Saisonhälfte lediglich Kurzeinsätze verbuchen. Am Ende der Saison stieg der Verein ab. „Eine Leihe kann so oder so gehen“, resümiert der Offensivspieler abgeklärt, „wenn du mir nach der abgebrochenen Saison in der Regionalliga gesagt hättest, dass ich 17 Spiele in der Eredivisie machen würde, hätte ich das direkt unterschrieben. Ich habe auf jeden Fall eine Menge aus diesem Jahr mitgenommen.“

Zum Beispiel die Überzeugung, dass es einen richtigen Vereinswechsel braucht und ein ganz neues Kapitel aufgeschlagen werden muss. Und die Entscheidung des 21-Jährigen fiel auf Viktoria Köln. Ob ihn die familiäre Führung des Vereins an seine Zeit beim HEBC zurückerinnert und vom Wechsel auf die Schäl Sick überzeugt hat? David Philipp gibt sich wie immer zurückhaltend: „Die Gespräche waren gut. Der Verein möchte etwas aufbauen und ich will ein Teil davon sein. Und in der Mannschaft läuft es auch. Ich glaube, dass ich mich hier sehr wohlfühlen werde.“ Dass er mit seinen Mitspielern bereits gut harmoniert, zeigte er bei seinem Heimspiel-Debüt gegen den FSV Zwickau: Nach nicht einmal zehn Minuten auf dem Rasen legte er den 1:0-Führungstreffer für die Viktoria auf.

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