Tubluk im Porträt: „Wenn mich der Trainer braucht, bin ich da!“

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler von Viktoria Köln genauer vor. Heute: Enes Tubluk.

Enes Tubluk wechselte im Sommer 2020 auf die Schäl Sick. Er debütierte bei den Höhenbergern bereits am zweiten Spieltag der 3. Liga – gegen Wehen Wiesbaden. Obwohl er davor noch nie eine Partie als Drittliga-Profi absolviert hatte, gab es andere Highlights in seiner Karriere: Spiele gegen Manchester City, Olympique Lyon und Schachtjor Donezk.

Als Enes Olgun Tubluk kam der Sohn türkischstämmiger Eltern am 3. Juni 2000 in Eberbach, nahe Heidelberg, zur Welt. Der Fußball wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Denn sein Vater war zu dieser Zeit als leidenschaftlicher Amateurfußballer aktiv. So entdeckte auch der junge Tubluk früh die Leidenschaft für den Sport. „Mit zwei Jahren habe ich angefangen, ständig gegen Bälle zu treten. Das hat sich mit der Zeit nicht geändert. Nach der Schule habe ich nicht einmal richtig Hausaufgaben gemacht. Ich habe meine Tasche abgelegt und bin sofort zum Bolzplatz gelaufen, um mit meinen Schulfreunden zu kicken“, erinnert sich der heute 20-Jährige.

Im Alter von acht Jahren heuerte er dann beim VfB Leimen 1914 an. Der Verein spielt heute in der Kreisliga Heidelberg. Fünf Jahre lang trug der Schüler das Trikot des VfB, ehe er 2013 zur SGK Heidelberg-Kirchheim wechselte. „Das war eine sehr schöne Zeit für mich. Zumal ich dort aufgewachsen bin und das Umfeld bestens kannte“, blickt er heute zurück. Zwei Jahre später stand Tubluk vor einem großen, unerwarteten Schritt. Denn da er mit seiner Mutter aus beruflichen Gründen nach Braunschweig zog, musste sich der heranwachsende Fußballer in einem neuen Umfeld zurechtfinden. „Das war nicht einfach. Aber Glück zum Glück durfte ich bei Eintracht Braunschweig mittrainieren. Ich konnte dort so überzeugen, dass die mich direkt verpflichtet haben“, erzählt der damals 15-Jährige noch heute mit Stolz. Doch der Schritt war seinerzeit zu groß für ihn. „Ich war noch sehr jung und bin mit der Situation nicht gut klargekommen. Meine Freunde und Familie haben mir sehr gefehlt“, gibt er zu. Nach einem halben Jahr beim BTSV kehrte er in seine Heimat, in der sein Vater wohnte, zurück.

Dort ergab sich erneut die Möglichkeit, ein Probetraining zu absolvieren – diesmal beim Karlsruher SC. „Hier habe ich zunächst in der U 15 gekickt. Ein Jahr darauf war ich Teil der U 16. Dort konnte ich direkt überzeugen. Deshalb hatte ich schließlich einige Angebote auf dem Tisch liegen. Letztendlich entschied ich mich für die TSG Hoffenheim.“

Eine gute Entscheidung, denn gleich im ersten Jahr feierte er mit der A-Jugend der Kraichgauer die Süddeutsche Meisterschaft. In seinem zweiten Jahr lief es für den Flügelspieler persönlich dann so richtig gut. Mit sechs Treffern und acht Vorlagen war er Top-Scorer seiner Mannschaft und spielte mit den Sinsheimern in der Youth League, der Junioren-Königsklasse. „Das war ein Hammererlebnis. Wir waren in einer Gruppe mit Lyon, Manchester City und Schachtjor Donezk. Wir sind damals tatsächlich als Gruppenerster weitergekommen“, blickt der Wirbelwind euphorisch zurück. Am Erfolg war er maßgeblich beteiligt. „Beim 2:1 in Donezk habe ich das zweite Tor gemacht. Bei Manchester City haben wir 5:2 gewonnen, da habe ich das 1:0 erzielt.“

Weiter ging es für die Kraichgauer zunächst gegen Kiew und dann im Viertelfinale gegen Real Madrid. Tubluk fehlte verletzt. „Das hat sehr wehgetan. Real Madrid war mein Wunschgegner. Ich habe schon in der Gruppenphase gebetet, dass wir gegen sie spielen. Ausgerechnet im Viertelfinale, als ich verletzt war, haben wir sie zugelost bekommen. Das hat geschmerzt – zumal wir mit 4:2 gewonnen haben.“ Woher die Begeisterung für die Königlichen kommt, weiß der 1,72 Meter große Spieler genau: „Mich hat Cristiano Ronaldo als Fußballerspieler inspiriert – vor allem aber natürlich sein Wille.“

Zwar liegen zwischen dem Bekanntheitsgrad von Ronaldo und Tubluk noch immer Welten. Allerdings hat es der Youngster inzwischen bei Viktoria Köln in den Profifußball geschafft. Der endgültige Durchbruch ist ihm in der Domstadt noch nicht ganz gelungen. Allerdings lässt sich der willensstarke Angreifer davon nicht unterkriegen: „Wenn mich der Trainer braucht, bin ich zu 100 Prozent da. Dann ist mir auch egal, auf welcher Position“, so der vielseitige Offensivmann. In Köln fühlt er sich auf alle Fälle wohl. „Ich komme mit allen Mitspielern gut zurecht, sowohl mit den jüngeren als auch mit den älteren“, erzählt er.

Viktoria – das V steht für Vussball!

Weitere Nachrichten zur 1. Mannschaft von Viktoria Köln gibt es hier!

Tickets & Fanartikel

#Viktorianer

Weitere Beiträge

Aktuelles

Nach der langen Pause geht’s an den Tivoli

Ungewohnt lang war die 3. Liga-Pause in den vergangenen Wochen, doch nun findet sie ein Ende. Am Sonntag (16:30 Uhr) geht’s für Marian Wilhelm und seine Mannschaft an den Aachener Tivoli. Vor dem Re-Start in der Liga durften sowohl Viktoria als auch die Alemannia unter der Woche im Mittelrheinpokal ran. Beide Mannschaften trafen dabei auf einen Landesligisten: Viktoria gewann mit 2:0 beim SC Blau-Weiß 06 Köln, Aachen setzte sich bereits am Dienstagabend mit 5:0 gegen Grün-Weiß Brauweiler durch. Nun gilt der Fokus wieder der 3. Liga. Nach dem starken Saisonstart mit fünf Siegen aus sieben Spielen rangieren die Schäl-Sick-Jungs auf Platz zwei. Auch Aachen ist gut in die Saison gestartet und hat lediglich vier Zähler weniger auf dem Konto. Die Mannschaft von Mersad Selimbegovic startete mit einem beeindruckenden 4:1 gegen den SC Verl in die Saison und knüpfte damit an die starke Rückrunde der vergangenen Spielzeit an. Anschließend holte die Alemannia einen Punkt in der Kölner Südstadt (1:1) und verlor daheim gegen Meppen (0:3). Darauf folgten ein 3:0-Sieg in Ingolstadt, ein Heim-Remis gegen Regensburg (2:2), eine knappe Niederlage in Würzburg (0:1) und zuletzt der Heimerfolg gegen Düsseldorf (1:0). Auf Viktoria-Seite gab es mit dem Heimspiel gegen Regensburg (2:5) und der Partie in Essen (0:1) zwei Begegnungen, in denen die Mannschaft nicht als Sieger vom Platz ging. Die starken Leistungen gegen Stuttgart (3:1), Münster (4:1), Rostock (4:0), in Meppen (3:1) und gegen Ingolstadt (3:0) hingegen unterstreichen die starke Frühform der Mannschaft. Auch beim Test in der Länderspielpause gegen den 1. FC Köln (2:2) überzeugten die insgesamt 23 eingesetzten Viktoria-Profis. In der vergangenen Spielzeit waren es die Aachener, die mit ihrem Sturmduo für Furore sorgten. Lars Gindorf (28 Treffer) und Mika Schroers (21) bildeten den mit Abstand gefährlichsten Doppelsturm der Liga. Während Schroers weiterhin im Aachen-Trikot für Gefahr sorgt, steht Lars Gindorf mittlerweile bei Hannover 96 unter Vertrag. Schroers kommt in der laufenden Saison bislang auf drei Treffer, ebenso wie sein Teamkollege Lukas Scepanik. Das gefährlichste Trio der Liga kommt aktuell aus Köln: David Otto (6 Tore), Niklas Castelle und Lucas Wolf (jeweils 4) stellten ihre Qualitäten zum Saisonstart unter Beweis, insbesondere in der Englischen Woche vor der langen Länderspielpause. Gerade für Castelle dürfte die Partie am Sonntag eine besondere werden: Bevor sich der Offensivspieler im Sommer für den Schritt nach Köln-Höhenberg entschied, spielte er anderthalb Jahre lang als Leihspieler des SSV Ulm für die Alemannia. In 47 Spielen traf er dabei fünfmal. Tickets für das Spiel am Sonntag sind weiterhin erhältlich. Alle Fans, die mit in die Kaiserstadt reisen wollen, finden die wichtigsten Infos wie gewohnt unter www.viktoria1904.de/auswaerts.

Weiterlesen »
No more posts to show