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Stellwagen: „Ich ziehe das jetzt durch!“

Luca Stellwagen stand in dieser Saison bei Pflichtspielen schon sechsmal in der Startelf (Foto: Jakob Settgast/Viktoria Köln)

11.03.2021

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler von Viktoria Köln genauer vor. Heute: Luca Stellwagen.

Das schönste Geburtstagsgeschenk machte sich Luca Stellwagen im vergangenen Dezember wohl selbst: Zweite Tage, nachdem er 22 Jahre alt geworden war, gab er sein Debüt in der 3. Liga für die Viktoria. Für den Allrounder mag es wie ein Traum gewesen sein. Denn anderthalb Jahre zuvor kickte er noch in der sechstklassigen Verbandsliga Nordbaden.

Dass Luca Stellwagen beim FG 08 Mutterstadt spielen würde, war bereits klar, bevor er das Licht der Welt erblickte. Sein Urgroßvater war im Vorstand gewesen, sein Opa und Vater waren ebenfalls im Verein aktiv, Letzterer auch als Jugendtrainer. Doch ohne Startschwierigkeiten lief es für den damals Vierjährigen nicht. „Die ersten Wochen habe ich im Training geweint. Also musste mein Vater mitmachen“, denkt der Pfälzer an seine erste Zeit im Verein zurück. Schon bald trainierte der damals noch im Sturm spielende Kicker mit dem älteren Jahrgang, den sein Vater coachte. „Ich hatte dadurch keine Vorteile“, erinnert sich ‚Stelli‘, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird. „Aber wir konnten immer sprechen, was mir sehr geholfen hat.“

Von dem Heimatverein seiner Familie ging es für den Nachwuchsspieler in der E-Jugend zum DJK SV Phönix Schifferstadt. Auch hier trainierte er mit Älteren und kam im Laufe der Jahre in die Auswahlmannschaft des Südwestdeutschen Fußballverbandes. „Das war ungewöhnlich, auf der Spielerliste meinen Verein zu lesen“, freut sich Stellwagen heute darüber, „damals kamen alle Kicker vom 1. FC Kaiserslautern oder dem 1. FSV Mainz 05.“ Die Mainzer zeigten mit der Zeit Interesse an Stellwagen und kurz darauf spielte der 13-Jährige bei den Nullfünfern. Dabei konnte der Nachwuchskicker auf die Unterstützung seiner Eltern setzen, die ihn häufig zum gut eine Stunde entfernten Trainingsgelände fuhren. Dort machte man ihn zum Verteidiger. „Am Anfang war es komisch. Aber ich merkte schnell, wie sehr es mir gefällt, das Spiel vor mir zu haben“, erzählt der 1,79 Meter große Abwehrspieler.

In der C-Jugend lief es großartig für den Jungspieler, der zwar neben Schule und Training keine Freizeit mehr hatte, aber dafür zu Lehrgängen der U 15-Nationalmannschaft eingeladen wurde. Zudem wurde Stellwagen zum Allrounder ausgebildet und spielte auf beiden Flügeln sowie Zehner, Sechser und natürlich auch in der Abwehr. Die U 15 von Mainz 05 gewann so die Regionalliga und nachdem Stellwagen sich auch in der U 16 verdient gemacht hatte, bestritt er sein erstes Spiel in der B-Junioren Bundesliga Süd-Südwest. „Ich habe mich sehr darauf gefreut, gegen große Klubs zu spielen“, denkt er heute an die Zeit zurück. Doch gegen Ende der Saison erhielt er weniger Spielzeit und sah, dass es nicht mehr passte. Und obwohl noch ein Jahr Vertrag bestand, wechselte der damals 16-Jährige in die U 19 des SV Sandhausen.

„Ich wollte in einen Verein, der im Profisport verankert ist. Aber ich wollte auch wieder näher an meiner Heimat sein“, erinnert sich ‚Stelli‘ an seine Entscheidung zurück. Zudem gab es die Möglichkeit, in die Profimannschaft aufzusteigen, die in der 2. Bundesliga spielte. Doch zuerst musste sich Stellwagen in der A-Junioren Oberliga beweisen, was er auch tat. Zum Ende der Saison wurde er in die U 23 beordert, die in der Oberliga Baden-Württemberg spielte. Bei seinem ersten Startelf-Einsatz gegen den FC Nöttingen erzielte er gleich ein Tor. Zwei weitere Spielzeiten kickte er in der fünften Liga. Doch obwohl er Stammspieler war und auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden konnte, kam er nicht weiter.

Stellwagen wechselte zum FC-Astoria Walldorf, keine vier Kilometer entfernt, um für die zweite Mannschaft in der sechstklassigen Verbandsliga Nordbaden die Schuhe zu schnüren. Nebenbei begann er eine Ausbildung zum Chemikanten. „Bei Walldorf habe ich den Spaß am Fußball wiedergefunden“, blickt Stellwagen zurück. Der kleine Verein, das familiäre Miteinander, das alles brauchte der Abwehrspieler, um wieder in die Spur zu kommen. In 26 Spielen in der Verbandsliga schoss Stellwagen sechs Tore und trainierte bald mit der ersten Mannschaft. Während der Sommerpause stellte er seine Ernährung um, machte Extraeinheiten mit dem Athletiktrainer und brach seine Ausbildung ab. „Ich habe daran gedacht, was ich für den Profi-Traum geopfert habe, was meine Eltern auf sich genommen haben. Und dann habe ich angegriffen“, erklärt der Fußballer. Zum Saisonauftakt kam der 20-Jährige zu seinem Regionalligadebüt. Nach fünf Minuten auf dem Platz netzte er direkt ein. „Dass es so gut laufen würde, hätte ich nicht gedacht“, sagt er heute über die beste Saison, die der FC-Astoria je hatte. Doch grade als eine Siegesserie Walldorf den fünften Tabellenplatz bescherte, beendete Corona die Saison.

In der Folge gab es Gespräche mit mehreren Vereinen, auch aus der 2. Bundesliga. Am Ende entschied sich Stellwagen für den Klub von der Schäl Sick. „Die Gespräche waren toll. Und bei dem Kader habe ich gleich gemerkt, dass die Viktoria etwas vorhat“, sagt der Verteidiger über seine Entscheidung. Bisher fühlt er sich wohl in der Domstadt, in die er mit seiner Freundin und seinem Hund gezogen ist. War es hart für ihn, bis zum 15. Spieltag auszuharren, bevor er sein Debüt in der 3. Liga geben konnte? Stellwagen lacht: „Nein. Ich habe es so schon so weit geschafft, trotz der Steine, die mir in den Weg gelegt wurden – ich ziehe das jetzt durch!“

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