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Kai Klefisch im Porträt: „Wille und Mentalität“

Kai Klefisch spielt seit über sechs Jahren für die Viktoria (Foto: Julia Schulz/Viktoria Köln)

09.02.2021

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler von Viktoria Köln genauer vor. Heute: Kai Klefisch.

Dass sich Kai Klefisch bereits früh für den Fußball interessierte, wunderte in seiner Familie wahrscheinlich niemanden. „Mein Opa arbeitete im Bayer-Werk und spielte bereits für die Werkself, auch mein Vater und mein Onkel waren Fußballer“, erzählt der heute 21-Jährige. Sein älterer Bruder Tim und sein jüngerer Bruder Ben sind ebenfalls im Fußball aktiv, Letzterer spielt derzeit in der Jugend von RB Leipzig. So war es keine Überraschung, dass Kai Klefisch bereits mit drei Jahren seine Zeit auf dem Bolzplatz verbrachte und kurz darauf bei den Bambinis des VfL Leverkusen kickte. „Damals war ich noch Stürmer“, erinnert sich der als Außenverteidiger ausgebildete Klefisch zurück, „und Fußball war damals einfach nur Spaß. Manchmal bin ich schnell an die Seitenlinie zu meiner Mutter gelaufen und habe ins Butterbrot gebissen, bevor es wieder weiterging.“

Durch seine Tore muss der junge Spieler die Aufmerksamkeit des großen Bayer 04 Leverkusen auf sich gezogen haben. Denn bereits mit sechs Jahren holte ihn die Werkself. Bis heute weiß er genau, bei wem er sich dafür zu bedanken hat. „Meine Brüder und ich hätten das ohne die Unterstützung meiner Eltern nicht geschafft“, sagt der gebürtige Leverkusener und man hört den Respekt in seiner Stimme. Bis zur U 17 durchlief er die Jugendstationen bei Bayer und gewann mit Kollegen wie Kai Havertz (FC Chelsea) oder Güven Yalcin (Beşiktaş Istanbul, zurzeit an US Lecce ausgeliehen) so gut wie alles. Doch dann wurde ihm wachstumsbedingt keine Spielpraxis mehr versprochen. „Das war ein Schock“, sagt Klefisch heute darüber, „aber ich habe immer an mich geglaubt. Ich denke, was mich auszeichnet, sind Wille und Mentalität. Und dieser kleine Umweg, den ich über die Viktoria gemacht habe, hat sich letztendlich ausgezahlt.“

Mit grade Mal vierzehn Jahren begann Klefisch seine Laufbahn bei den Höhenberger Jungs. Die U 17 spielte damals in der B-Junioren Bundesliga West und galt für die Nachwuchsteams großer Klubs wie Schalke 04 oder Borussia Mönchengladbach als Pflichtaufgabe. Doch Klefisch, der in dieser Saison seine Leidenschaft für die Position des Sechsers entdeckte, sah es „als Spielpraxis“ und mochte das „Reinbeißen“, durch das sein Team auch große Namen wie Borussia Dortmund schlug. Am Ende stieg die Mannschaft ab, doch in der Saison darauf ging es aus der Mittelrheinliga wieder rauf. Fast deckungsgleich verlief auch seine Zeit in der U 19: In seiner ersten Saison startete Klefisch mit seinen Kollegen in der A-Junioren-Bundesliga West, aber erneut scheiterten die Nachwuchsspieler am Klassenerhalt. In der zweiten Saison kam es für den mittlerweile zum Kapitän ernannten Sechser zu einem ganz persönlichen Herzschlagfinale: Im Endspiel des A-Junioren Mittelrheinpokals traf die Viktoria auf seinen früheren Verein Bayer 04 Leverkusen und konnte den vermeintlich übermächtigen Gegner nach 120 Minuten im Elfmeterschießen niederringen. „Das war eines der Highlights in meiner Jugendzeit. Zurück im Ulrich-Haberland-Stadion neben der BayArena, wo alles angefangen hat und dann auch noch gewinnen, das war super“, sagt Klefisch heute zu diesem Meilenstein seiner Karriere.

Und der Nächste folgte nur drei Monate später: Sein Profidebüt bestritt der 18-jährige Klefisch in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen RB Leipzig vor knapp 5.000 Zuschauern im Sportpark Höhenberg. „Bei der Einwechslung war ich sehr nervös, denn man träumt immer von solchen Partien“, weiß der 1,88 Meter große Mittelfeldspieler noch, „doch sobald ich auf dem Platz stand, war das alles wie vergessen.“ Die daraufhin beginnende Saison in der Regionalliga lief ordentlich für den frischen Profi (acht Einsätze, zweimal Startelf), der auch Verständnis dafür hatte, dass der damalige Trainer Patrick Glöckner für den Aufstieg auf altbewährte Kräfte anstatt auf ihn als Youngster setzte. „Ich bin keiner, der sich vor Verantwortung scheut und hätte gerne mehr gespielt, aber ich habe die Entscheidung des damaligen Trainers akzeptiert“, sagt Klefisch dazu.

Und in der darauffolgenden Saison machte sich die Geduld bezahlt: Viktoria debütierte in der 3. Liga und der damalige Coach Pavel Dotchev sah in Klefisch einen wichtigen Teil der Mannschaft. 26 Spiele absolvierte er – wofür er seinem früheren Coach sehr dankbar ist – und schoss beim 4:3-Auswärtserfolg gegen den Halleschen FC sein erstes Tor. „Das Gefühl war Weltklasse“, sagt Klefisch, „aber den Sieg haben wir nur durch eine Teamleistung geholt.“ Und in der aktuellen Saison ist der Mittelfeldakteur sogar zu einem der wichtigsten Eckpfeiler herangereift: 19-Mal stand er in dieser Spielzeit bereits in der Startelf, 17-Mal ging es für ihn über die vollen 90 Minuten. Einzig Torwart Sebastian Mielitz hat mehr Spielzeit auf dem Feld verbracht. Und auch wenn die Viktoria an ihre Siegesserie zu Beginn der Hinrunde zuletzt nicht mehr anknüpfen konnte, ist sein Optimismus ungebrochen. „Die Mannschaft steht zusammen. Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, dann kann dieser Knoten platzen und wir fahren wieder Siege ein“, so Klefisch.

Auch der neue Trainer Olaf Janßen ist für ihn kein Unbekannter, denn bereits als U 19-Spieler trainierte er teilweise bei den Profis unter dem Coach und fuhr auch mit ins Türkei-Trainingslager. Der Sechser, der kürzlich von den Fans der Viktoria zum Spieler des Jahres 2020 gewählt wurde, freut sich über den alten Bekannten an der Seitenlinie: „Ich fand Olaf damals schon gut und jetzt bringt er noch die Erfahrung aus mehreren Spielzeiten in der Bundesliga mit.“ Ob es für Klefisch jemals so hoch hinausgeht, wird die Zukunft zeigen. „Aktuell ist nur wichtig für mich, jedes Spiel mit der Viktoria zu gewinnen“, sagt der 21-Jährige mit seinem nimmermüden Optimismus. Diese Einstellung teilt der Youngster mit dem Klub von der Schäl Sick.

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