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Rekorde und Corona – der Saisonrückblick

Foto: Peter Ciper/Viktoria Köln

Die 3. Liga blickt auf eine bewegte, schwierige und besondere Saison zurück. Corona stoppte vorübergehend den Spielbetrieb, brachte ihn aber nicht zum Erliegen. Nach intensiver Arbeit sowie zum Teil hochemotionalen Diskussionen wurde die Saison mit Hilfe des Hygienekonzepts von DFB und DFL fortgesetzt und sportlich zu Ende gespielt – leider ohne Fans in den Stadien. Ein neuer Zuschauerrekord wurde dadurch verhindert, trotzdem blieb es bis zum Schluss spannend – und einige neue Bestmarken gab es auch. Dazu trug auch Viktoria Köln bei. Als Aufsteiger aus der Regionalliga West sorgte die Mannschaft von Cheftrainer Pavel Dotchev für viel frischen Wind in der 3. Liga. 

Hoher Zuschauerschnitt trotz der Geisterspiele

Die 3. Liga war auf Rekordkurs – bis Corona den Spielbetrieb für fast drei Monate stoppte und für die letzten elf Spieltage dann nur Partien ohne Zuschauer/-innen in den Stadien zuließ. Bis zur Corona-Pause waren im Schnitt 8.699 Fans pro Drittliga-Spiel gekommen, womit die in der Saison zuvor aufgestellte Bestmarke (8.138) deutlich übertroffen worden wäre. Viktoria Köln brachte es vor der Corona-Pandemie im Schnitt auf fast 3.000 Zuschauer. Und selbst wenn man die Partien ohne Zuschauer einrechnet, lag der Schnitt der Höhenberger mit über 2.000 Besuchern deutlich über dem der Vorsaison. Da waren es noch 1.350 pro Heimspiel. Die meisten Fans bei einer Heimpartie kamen gegen den 1. FC Kaiserslautern: 6.437 Zuschauer wollten das Duell der Viktoria mit den Pfälzern Ende November im Sportpark Höhenberg sehen. Auch beim Spiel mit der höchsten Zuschauerzahl insgesamt in der Drittliga-Saison waren die Roten Teufel beteiligt. 36.766 Besucher schauten das Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim am 7. Spieltag.

Mehr Tore als je zuvor: 3,0 Treffer im Schnitt

Die Teams der 3. Liga präsentierten sich stürmischer und torhungriger denn je. In der Saison 2019/2020 fielen 1.137 Treffer – der bisherige Höchstwert aus der Saison 2017/2018 (1.038) wurde damit um fast 100 Tore übertroffen. Bereits am 35. Spieltag war der alte Rekord geknackt. Schon nach 33 Spieltagen hatte die 3. Liga den Wert aus der Vorsaison (982 Tore) überboten. Im Schnitt fielen 3,0 Treffer pro Spiel. Großen Anteil daran hatten der FC Bayern II und Viktoria Köln. In Spielen mit ihrer Beteiligung fielen jeweils 136 Tore.

Die beste Offensive gewinnt Spiele – und Meisterschaften

Die allgemeine Torflut in der abgelaufenen Saison spülte auch die These hinfort, nach der die Offensive zwar Spiele gewinnt, die beste Defensive aber Meisterschaften. Mit 76 erzielten Toren war der FC Bayern II das treffsicherste Team, bei der Torverhinderung hingegen zeigte sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß weit weniger effektiv. 60-mal klingelte es im Kasten des Meisters. Nie zuvor in elf Jahren 3. Liga hatte eine Mannschaft unter den ersten sieben der Abschlusstabelle so viele Tore kassiert. Dieses Jahr waren es gleich zwei. Auch der Tabellenzweite Würzburger Kickers schloss die Saison mit 60 Gegentoren ab. Defensiv am stabilsten war der FC Ingolstadt 04. Die Schanzer ließen nur 40 Gegentore zu und spielten 14-mal zu Null – um am Ende in der Relegation tragisch am 1. FC Nürnberg zu scheitern.

Bunjaku „ältester“ 20-Tore-Mann im deutschen Profifußball

Die Torjägerkanone, erstmals in der 3. Liga vom kicker und FUSSBALL.DE in Kooperation mit Volkswagen vergeben, ging an Kwasi Okyere Wriedt. Der Stürmer des FC Bayern II, der von den Spielern, Trainern und Fans der 3. Liga auch zum Spieler der Saison gewählt wurde, kam auf 24 Tore. Nur Dominik Stroh-Engel (damals SV Darmstadt 98) hatte 2013/2014 häufiger in einer Drittligasaison getroffen – nämlich 27-mal. Der 36-jährige Albert Bunjaku brachte es als Nummer zwei der Torjägerliste auf 20 Treffer. Der Routinier der Viktoria ist der älteste Spieler, der in einer der drei deutschen Profiligen (Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga) so häufig in einer Saison einnetzte.

Eng wie nie: die spannendste deutsche Profiliga

Einer der Leitsätze der 3. Liga lautet: Die 3. Liga ist sportlich unberechenbar. Das stellte sie in der abgelaufenen Spielzeit wieder eindeutig unter Beweis. Vor dem letzten Spieltag standen weder der Meister und der zweite Direktaufsteiger noch der Relegationsteilnehmer und alle Absteiger fest. Mit Würzburg, Ingolstadt, Duisburg, Rostock und 1860 München konnten noch fünf Teams in die Relegation zur 2. Bundesliga kommen.

Meister Bayern – mit Bestmarken

Der FC Bayern München II hat in der abgelaufenen Saison einige Maßstäbe gesetzt. Zum ersten Mal krönte sich eine zweite Mannschaft zum Meister der 3. Liga, zum ersten Mal marschierte ein Aufsteiger aus der Regionalliga direkt auf Platz eins. 76 Saisontore markieren zudem einen Wert, den zuvor noch nie ein Aufsteiger in der 3. Liga erreichte. In den 38 Spielen mit Beteiligung des FCB fielen 136 Tore – ebenfalls ein Rekord seit Liga-Gründung 2008, den sich die Bayern allerdings mit dem FC Viktoria Köln teilen.

Der Rekordtrainer: Pavel Dotchev

Die 3. Liga hat seit dieser Saison einen neuen Rekordtrainer. Am 28. Spieltag hatte Viktoria Kölns Pavel Dotchev beim 2:4 in Braunschweig seinen 238. Einsatz auf der Bank eines Drittligisten, er löste damit Peter Vollmann (mittlerweile Sportdirektor bei Eintracht Braunschweig) ab. Eine Woche später feierte Dotchev beim 3:0 gegen Zwickau als erster Fußball-Lehrer seinen 100. Drittliga-Sieg. Insgesamt steht er nun bei 247 Spielen als Trainer in der 3. Liga. Zur Erklärung: Eine Partie nach dem Re-Start verfolgte Dotchev wegen einer Sperre (4. Gelbe Karte) nur von der Tribüne.

Rekord im Profifußball – so viele Gelbe Karten wie noch nie

Auch wenn fast ein Drittel der Saison ohne Zuschauer/-innen in den Stadien absolviert werden musste, ging es auf dem Rasen ordentlich zur Sache. Die Schiedsrichter/-innen verteilten 1.676 Gelbe Karten in 380 Spielen, damit wurde der bisherige Höchstwert aus der Vorsaison um sieben Verwarnungen übertroffen (1.669).

In der Fairplay-Wertung landete Viktoria Köln mit 95 Gelben Karten und einmal Gelbrot auf Rang sieben. Die fairste Mannschaft der Liga war Duisburg mit 62 Gelben und drei Roten Karten.

Jüngster Spieler: Zentrich löst Alaba ab

Ein gewisser David Alaba, seit Jahren Weltklasseverteidiger beim FC Bayern München, war lange der jüngste eingesetzte Spieler in der 3. Liga (17 Jahre, 53 Tage). Diesen Titel hat er nun verloren: an Viktor Zentrich. Der Youngster der SpVgg Unterhaching war bei seiner Liga-Premiere am 37. Spieltag gegen Jena 17 Jahre und 18 Tage alt. Auch bei Viktoria Köln sorgte ein ganz junger Mann für Furore: Alexander Höck, seit März dieses Jahres 18 Jahre alt, gab am 1. Juli sein Profidebüt. In der 87. Minute von Pavel Dotchev eingewechselt, schoss er dabei aber gleich ein Tor – das 5:1 in der Nachspielzeit (90. + 2) gegen die Würzburger Kickers. Das nennt man effektiv!

Nicht mehr dabei

Viktoria Köln belegte am Ende der Saison den zwölften Tabellenplatz in der 3. Liga. Verabschieden müssen sich die Höhenberger von den Aufsteigern in die 2. Liga: Eintracht Braunschweig und Würzburger Kickers. Den Gang in die Regionalliga treten die Absteiger Chemnitzer FC, Preußen Münster, Sonnenhof Großaspach und Carl Zeiss Jena an.

Viktoria – das V steht für Vussball!

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