FC Viktoria Köln 1904

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Albert Bunjaku im Porträt

Foto: Peter Ciper/Viktoria Köln

19.03.2020

In unregelmäßigen Abständen stellen wir die Spieler vom FC Viktoria Köln genauer vor. Heute: Albert Bunjaku.

Mit seinen 36 Jahren hat Albert Bunjaku im Laufe seiner Karriere zahlreiche Erfahrungen sammeln dürfen. Dabei spielen neben verschiedenen Vereinen zum Beispiel auch Länderspiele und Trainer eine große Rolle. Ein Name, der häufig fällt, ist Pavel Dotchev.

1983 in der heutigen Republik Kosovo geboren, kam Bunjaku 1991 in die Schweiz. „Ich habe im Kosovo noch die erste Klasse besucht. Mein Vater war schon vorher in der Schweiz, hat dort gearbeitet und ein bisschen Geld zur Seite gelegt. Er hat dann die Familie nachgeholt. Da war ich dann sieben Jahre alt und bin in der Schweiz gleich in die zweite Klasse gekommen“, erinnert er sich. Seine Eltern und seine zwei Brüder leben noch heute im Land der Eidgenossen. Kein Wunder also, dass der Profifußballer noch oft zu Besuch ist. 

Zum Fußball kam Bunjaku recht spät. „Ich habe erst mit 14 Jahren angefangen, zu spielen – beim FC Schlieren. Nach einem Jahr hat mich dann gleich der Grashopper Club Zürich zu sich geholt. Das war damals die beste Juniorenausbildung, die es in der Schweiz gab. Ich bin dahin und habe bis zur U 21 beim Verein gespielt. Nebenbei habe ich eine Ausbildung zum Betriebspraktiker begonnen. Als der Trainer eines Tages meinte, dass es bei mir nicht für den Profisport reicht, habe ich aber erst einmal eine Pause gemacht“, so der Stürmer.

„Ein halbes Jahr danach gab es die Möglichkeit, in der dritten Schweizer Liga, beim SC Young Fellows Juventus, zu spielen. Dann ging es sehr schnell, 2003 ging es in Liga zwei, zum FC Schaffhausen. Ein Jahr später ist die Mannschaft direkt aufgestiegen, sodass ich dann Erstliga-Erfahrung sammeln konnte“, berichtet der Torjäger. Anfang 2006 folgte der Wechsel nach Deutschland, zum SC Paderborn. „Das war zunächst aus meiner Sicht eine Super-Chance, in die 2. Liga nach Deutschland zu gehen. Ich war aber auch ein bisschen naiv und habe nur für ein halbes Jahr einen Vertrag unterschrieben. Denn ich dachte, ich mache in der 2. Liga ein Tor nach dem anderen und schaffe es vielleicht in die Bundesliga. Im Nachhinein erwies sich das eher als Fehler, denn der Plan ging nicht auf.“

Anschließend gab es die erste Begegnung mit Pavel Dotchev. Bunjaku: „Nach den sechs Monaten in Paderborn, in denen ich kaum zum Zug kam, gab es eine lustige Geschichte. Mein Vertrag war ausgelaufen und meine Frau arbeitete in Paderborn in einer Boutique. Silvia, die Frau von Pavel Dotchev, kaufte dort ein. Sie kamen ins Gespräch. Silvia erzählte, dass ihr Mann in Erfurt als Trainer arbeitet und auf der Suche nach einem Angreifer sei. Und meine Frau sagte: ‚Das käme uns sehr entgegen, denn mein Mann sucht gerade einen neuen Verein.‘ So kam der Kontakt zustande. Dann hat mich Pavel Dotchev angerufen und ich bin damals sofort nach Erfurt gefahren. Dort habe ich zwei Wochen später unterschrieben und hatte eine gute Zeit.“

Die Angebote in Deutschland wurden jetzt besser. Anfang 2009 folgte der Wechsel aus Erfurt zum 1. FC Nürnberg. Bunjaku: „Nürnberg war in der 2. Liga. Wir sind dann aufgestiegen in die Fußball-Bundesliga. Das war dann mein Höhepunkt in der Karriere. Denn ich durfte im Jahr 2010 mit der Schweizer Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Südafrika. Das war das Schönste, was ich miterleben durfte. Wir sind leider nach der Vorrunde ausgeschieden. Im Spiel gegen Chile, das wir 1:0 gewonnen haben, bin ich eingewechselt worden. Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.“

Im Sommer 2012 wechselte Bunjaku zum 1. FC Kaiserslautern. „Das erste Jahr lief top. Stefan Kuntz hat mich damals geholt. Mit Franco Foda kam ein Trainer, der mich gleich zum Kapitän gemacht hat. Leider haben wir damals in der Relegation gegen Hoffenheim den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. Im zweiten Jahr habe ich mich im letzten Testspiel vor der Saison verletzt, hatte einen Knorpelschaden. Unter dem neuen Trainer Kosta Runjaic kam ich danach nicht zurecht und so trennten sich die Wege“, so Bunjaku.

Einige Zeit danach sollte es ein Wiedersehen mit Pavel Dotchev geben. „Nach meiner Zeit in Kaiserslautern habe ich dann noch einmal in der Schweiz, bei St. Gallen, gespielt. Dort wollte ich eigentlich auch bleiben und habe mich sehr wohl gefühlt. Doch dann kam der Anruf von Pavel Dotchev, ob ich nicht Lust hätte, in die 2. Liga zu Erzgebirge Aue zu wechseln“, so der Stürmer. „Pavel Dotchev hatte sich immer wieder nach mir erkundigt. Auf dem Platz sind wir Trainer und Spieler. Aber ich glaube, er kennt mich wie fast kein anderer Mensch. Deshalb war für mich klar, dass ich das machen werde.“

Seit dem September 2018 spielt Bunjaku jetzt für Viktoria Köln – hier kam Dotchev erst nach dem Aufstieg in die 3. Liga (2019) hinzu. „Er hatte mich vorher schon mal angerufen, um ein Spiel anzuschauen. Da habe ich ihm natürlich Eintrittskarten besorgt“, verrät der Torjäger der Viktoria. „Er hat dann zugeguckt, wir haben uns auch kurz unterhalten. Er hat damals aber noch nicht verraten, dass die Zusammenarbeit mit Viktoria für ihn ein Thema sein könnte. Aber ich habe trotzdem gedacht, dass da etwas im Busch ist. Und ich freue mich, dass er uns inzwischen mit all seiner Erfahrung hilft. Ich hoffe, dass wir erfolgreich unter seiner Regie spielen und er noch sehr lange bleibt.“

Das würde Bunjaku auf alle Fälle sehr entgegenkommen. Schließlich fühlt er sich in der Domstadt äußerst wohl. „Köln ist eine superschöne Stadt. Ich bin dankbar, dass mir die Viktoria damals noch einmal die Chance gegeben hat, hier Fußball zu spielen. Ich komme mit allen im Verein gut klar. Meine Kinder und meine Frau haben sich wunderbar eingelebt. Wir fühlen uns hier zuhause“, so der Torjäger. Wenn es nach dem 36-Jährigen geht, kann seine aktive Laufbahn als Spieler noch eine Weile weitergehen: „Ich fühle mich so gut, dass ich noch ein bis zwei Jahre Fußballspielen will. Und danach möchte ich als Trainer arbeiten.“

Wie auch immer die Karriere von Albert Bunjaku enden wird, ein Eintrag in die Geschichtsbücher des Fußballs ist ihm schon jetzt nicht mehr zu nehmen. Denn obwohl er zuvor für die Schweizer Nationalmannschaft gespielt hatte, kam Bunjaku später auch noch für Auswahl aus dem Kosovo zum Einsatz. „Am 3. Juni 2016 durfte der Kosovo sein erstes offizielles Länderspiel gegen die Färöer Inseln austragen“, erinnert sich der Angreifer. Beim 2:0-Erfolg seines Geburtslandes erzielte er in der 44. Minute das viel umjubelte 1:0 und damit das erste offizielle Länderspieltor für die Republik in Südosteuropa. Bunjaku: „Darauf bin ich stolz.“

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