FC Viktoria Köln 1904

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FC Viktoria Köln 1904

Wunderlich: "Haben die Euphorie mitgenommen"

Aufstiegsfreude bei den Viktorianern (Foto: Peter Ciper/Viktoria Köln)

09.08.2019

Nach der wetterbedingten Absage der Vor-Premiere, wird es die vierte und fünfte Folge der Doku „Viktoria“ schon heute ab 19.00 Uhr auf sporttotal.tv zu sehen geben. Vor der Ausstrahlung stellte sich Mike Wunderlich, der Kapitän vom FC Viktoria Köln, dem Online-Sender Sporttotal zum Interview. Dabei blickt er auf die Entstehung der Dokumentation während der vergangenen Saison zurück.

Herr Wunderlich, haben Sie die bisherigen drei Folgen der Doku „Viktoria“ schon gesehen?

Mike Wunderlich: "Ich habe mir alle drei Folgen angeschaut und freue mich jetzt auf die finalen Teile."

Haben Sie schon jetzt eine Art Lieblingsszene entdeckt, die vielleicht auch für ein bisschen Gänsehaut gesorgt hat?

Wunderlich: "Die erste Folge habe ich ein wenig intensiver geschaut, weil es da auch viel um mich und meine Vergangenheit ging. Daher ist die erste Folge am stärksten bei mir hängengeblieben. Aber man muss sagen, dass auch die anderen beiden Teile sehr geglückt sind und die Dokumentation insgesamt eine sehr coole Geschichte ist."

Sie haben es angesprochen: Sie haben in der ersten Folge sehr viel Privates preisgegeben. Gab es ein Echo darauf? Wurden Sie darauf angesprochen?

Wunderlich: "Es gab wirklich die eine oder andere Nachricht. Und auch ein paar Mitspieler, die neu in der Mannschaft sind, haben mich angesprochen. Aber das war durchweg positiv. Alle haben gesagt: Hut ab, dass du das so öffentlich machst und du so entspannt darüber sprechen kannst. Da hatte ich aber von Anfang an keine Probleme mit. Es freut einen jedenfalls, wenn man darauf positives Feedback bekommt und die Leute das auch ein bisschen verstehen."

Sie sind schon lange Fußballer. Aber jetzt waren Sie persönlich und die anderen im Team Bestandteil der Dokumentation. Wie ist das für einen Spieler, wenn man das dann im Nachhinein sieht? Das sind ja auch sehr tiefe Einblicke…

Wunderlich: "Das ist schon etwas Besonderes. Als es damals zum Thema wurde, dass eine Doku über uns gedreht wird, haben wir natürlich schon über die Vor- und Nachteile philosophiert – was es bedeutet, wenn wir unter der Saison von einem Filmteam begleitet werden – gerade bei uns, mitten im Aufstiegskampf. Mit dem Ausgang, den wir ja heute alle kennen, freut es einen umso mehr, dass wir das gemacht haben. Denn so hat man eine Erinnerung durch die Doku und kann diese Bilder noch einmal anschauen. Von daher freut es uns. Und es ist eben keine Doku wie jede andere. Hier schauen wir natürlich viel interessierter zu."

Was war größer: Die Freude, dass eine Dokumentation entsteht oder die Bedenken, dass die Dreharbeiten auch ablenken könnten?

Wunderlich: "Der Trainer hat uns damals damit konfrontiert. Der Mannschaftsrat und das Trainerteam haben zwei Tage zusammengesessen und Pro und Contra der Sache abgewogen. Es war klar: Wenn es mit dem Aufstieg klappt, haben wir am Ende eine großartige Geschichte und man kann anschließend darauf zurückblicken und stolz sein. Aber natürlich sieht man auch das Negative. Schließlich waren wir Erster und es gab schon die Befürchtung, dass der eine oder andere Spieler damit nicht so gut zurechtkommt wie die älteren Spieler. Da hat man schon Bedenken. Wenn man zuvor sechs, sieben Jahre auf den Aufstieg hingearbeitet hat, dann macht man sich Gedanken, inwiefern einen die Drehs auch beeinträchtigen oder beeinflussen. Es gab insgesamt mehr Pro als Contra. Und wir haben uns dazu entschlossen, das zu machen. Wie es dann gelaufen ist: Spannender ging es ja wirklich nicht. Von daher ist das eine fantastische Geschichte. Im Nachgang kann man sagen, es war alles richtig."

Gab es Momente, in denen die Drehs gestört haben?

Wunderlich: "Ich kann jetzt nur von mir sprechen. Mich hat es nicht gestört. Wenn du aber drei, vier Spiele in Folge nicht gewinnst, dann machst du dir vielleicht Gedanken, dass das Aufstiegsziel wieder nicht erreicht wird. Dann macht man sich auf einmal über alles Gedanken. Und wenn man dann das vierte Spiel hintereinander nicht gewinnt und dann in die Kabine geht und dir einer mit der Kamera vor der Nase rumläuft, dann denkt man schon, das muss jetzt nicht sein oder ‚mach mal die Kamera aus‘. Mein Vater hat es dann ja einmal auch zum Ausdruck gebracht. Aber man muss auch ehrlich sein: Fußballer suchen, wenn etwas nicht gelingt, auch gerne nach Alibis."

Man sieht in der Doku sehr gut, dass der Druck für den FC Viktoria Köln sehr groß war. Das Team ist mit einem sehr großen Punktevorsprung in die Rückrunde gestartet, der dann immer mehr geschmolzen ist. Hat der Dreh für zusätzlichen Druck gesorgt?

Wunderlich: "Nein, gar nicht. Wir haben eher an die Vergangenheit gedacht. Wir hatten das Aufstiegsziel in den Jahren zuvor mehrmals knapp verpasst. Das war die Geschichte, die in unseren Köpfen war und uns das Leben auch schwer gemacht hat."

Jetzt ist die Viktoria ganz stark in die 3. Liga gestartet. Würden Sie sagen, dass der Aufstieg und die Doku, die dadurch entstanden ist, das Team auch jetzt noch beflügeln?

Wunderlich: "Man nimmt schon die Euphorie mit. Wir haben uns schon bemüht, eine gewisse Lockerheit zu erhalten. Wir haben ja schon darüber gesprochen: Es gab gerade in den letzten Wochen und Monaten der Regionalliga-Zeit eine Menge Druck. Ich denke, bei den Spielern, die den Meistertitel miterleben durften, ist eine gewisse Lockerheit da. Der Druck ist weg, eine Anspannung ist von uns abgefallen. Die Euphorie haben wir mit in den Start der neuen Saison genommen. Das ist uns gut gelungen. Wir haben aus vier Spielen sieben Punkte geholt und sind damit sehr zufrieden. Wir wissen aber, dass es eine lange Saison wird. Gerade deshalb war es wichtig, von Anfang an zu punkten."

Was würden Sie den Menschen sagen, die noch nicht die Doku geschaut haben?

Wunderlich: "Man sieht einfach Bilder, die man sonst nicht zu sehen bekommt: tiefe Einblicke in die Kabine nach den Spielen, was wirklich sehr interessant ist. Wenn man quasi in letzter Sekunde Meister wird und den Aufstieg perfekt macht, das sind einfach Bilder, die hängenbleiben. Für diejenigen, die es nicht verfolgt haben, ist das bestimmt sehenswert."

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